und unterschiedenen Ho!tz-Künsten, Snp. Vl.
§. 4- Die Kunst-Tischler wissen
aus allerhand, so wohl einheimischen als aus-wärtigen Höttzern, insonderheit aus Linden-Bäumen, Nuß-Bäumen, Ebeu-Holtz, Cy-pressen -Holtz, Indianischen Schlangen-Holtze, Oliven, Brasilien - Holtze, Cedern-Holtze, mancherley Oalamene - Waaren anSchräncken, Spiel - Tischen, Pulten unddergleichen zu verfertigen, welche sie theilsartig zu poliren, schwach zu beißen, zulacguwen, zu mahlen und auch nach Mah-ler Art einzulegen pflegen. Wenn sie espoliren wollen, so überstreichen sie es warmmir Wachse, und reiben es mit den Späh-nen des ihm gleichen Hoitzes so lange ab,biß es erhitzt, alsdenn reiben sie es wiedertrocken ab. Das Beitzen verrichten sie,wenn sie das mit Schachtelholm abgeriebeneBirn-oder Linden-Bänme-Doltz, zu unter-schicdnen mahlen, erstlich mit blauem gekoch-ten Brasilien -Holtze, und nachgchends mitFeilspäi)nen,so in Wein-Eßig eingeweicht, ü-verstrichen. Das I.acqu>ren geschiehet mitdem Onmmi Oobal, der der beste ist, odereinem andern Firniß, der im 8pirim Vimgehörig aufgelöset. Einige Künstler inTcutschland wissen mit demDac^mren dereiutzelnen Stücke, und der gantzcn Zimmerund Oabinerer so wohl umzugehen, daßihre Arbeit der Dst-Indianischen gantz ähn-lich siehet.
§. 5. Eure sehr curieule Holtz - Ar-beit ist, wenn einige von lauter frembdeneingelegten Höltzern, allerhand Früchte, jagantze Landschafften vorzustellen wissen, undzwar nach ihren natürlichen Farben, so gar,daß sie auch mit den Indianischen Höltzerndie Farben nach ihren mancherley Ver-mischungen, Schattirungcu, und Oraclenheraus zu bringen wissen. lLöcketorr ge-dencket in seiner Lüütorw äes /Vnrillis p.8y. und 91. daß man in Indien schwac-hes-, braunes, graues, hoch-gelbes, licht-gelbes, hell-rothes, violet- farbichtes, undauch inwendig grünes Holtz hätte, wiewohles ziemlich aufs Dunckle fiele- Unsere teutschenund einheimischen Höltzer kommen zwar denIndianischen nicht in allen Stücken bey, je-doch findet man auch viel, die nach dem Un-terscheid der Theile der Baume, von welchensie genommen, mit besondern Farben spielen,und wo der Natur nach manchen etwas seh.len solte, so kau solchen doch durch dieKunst,das ist durch Einweichen in gewisse ^iyuorcs,
ohne daß man Farbe dazu nimmt, so geholf-sen werden, daß sie den Indianischen ziemlichgleich und ahnltch werden.
§. 6. Einige wissen das Holß so zumarmornen, und dabey zu glätten, und z»poliren, daß es natürlich wie Marmor aus«siehet; wie denn dergleichen oerre Arbeit iirdem prächtigen Churfürsilichen Lust-Hansedes grossen Gartens zu Dreßden, und in derKirche, welche auf einem Berge bey derStadt Elwangen in Schwaben gebauet wor-den, zu sehen. S- Goldmanns erste Aus-übung der Oivil- Bau-Kunst. p.z,.
§. 7. Den Holtz-Künsten ist ferner,beyzuzehlen, wenn eö einige in mancherley!Formen giessen wollen. Sie zuschneiden cSin kleine Stückchen, lassen es nachgchendswohl dürre und braun werden, raspeln esklein, und sieben es durch ein Sieb oderBeutel-Tuch, daß es wie Mehl wird, siemachen mit allerhand Arten Gummi undPergament-Stückchen einen Teig an, las-sen ihn über dem Kohl-Feuer nach der Kunstwohl sieden, und so lange, biß er so geschmei-dig, daß man ihn in Formen drücken kau;einige färben diesen Teig noch mit allcrhm dFarben, oder machen ihn mit Rosenwassound andern guten 8 peciebun wohlriechend.Man findet diesen procelbitt 8 clnvenrerLpkvlic-älischetl und .Vimkcmanschen Er-götzlichkeiten und andern Kunst-- Büchernweitläufftig beschrieben.
§. 8 - Der weyland geschickte.Vie»clvämLus und Königlich polnische nndChmrFürstlich Sächsische Modell - Meister inDreßden, Herr Andreas Gärtner, hak dieGeschicklichkeit gehabt, höltzerne Brenn-Spiegel von drittehalb Dreßdnischer Elle nnOiamerro und Nach der parabolischen Le-gion auszuarbeiten, die garrtz besondere Me-Äc gethan. Hat man ein Licht oder bren-nende Lampe am rechten Orte davorgestellt,so haben diese Spiegel bey der Nacht aufetzliche roo. Schritte einen sehr hellen Scheinvon sich gegeben, also, daß man auch bey de-nen finstersten Nachten die kleineste Schrifftlesen können ; Hat man 8 pjricum Vinidavor angezündet, und man ist io. biß 12.Schritte davon gestanden, so hat es einem so'lieblich gethan, daß man gantz lebendig undmunter davon geworden. Wenn man sieein lv. biß ir. Schritte von einem warmen