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Sylvicultura oeconomica oder hausswirthliche Nachricht und naturmässige Anweisung zur wilden Baum-Zucht : nebst gründlicher Darstellung, wie zuförderst durch göttliches Benedeyen dem allenthalben und insgemein einreissenden grossen Holtz-Mangel, vermittelst Sae-, Pflanz- und Versetzung vielerhand Bäume zu rathen, auch also durch Anflug und Wiederwachs des so wohl guten und schleunig anwachsend, als andern gewüchsig und nützlichen Holtzes, gantz öde und abgetriebene Holtz-Ländereyen, Plätze und wiederum holtzreich, nütz und brauchbar zu machen ... / Hannss Carl von Carlowitz : alles zu nothdürftiger Versorgung des Hauss-, Bau-, Brau-, Berg- und Schmeltz-Wesens, und wie eine immerwährende Holtz-Nutzung Land und Leuten, auch jedem Hauss-Wirthe unschätzbaren grossen Aufnehmen, pfleglich und füglich zu erziehlen und einzuführen : worbey zugleich eine gründliche Nachricht von dem in Churfl. Sächs. Landen gefundenen Turff, desen natürliche Beschaffenheit, grossen Nutzen, Gebrauch und nützlichen Verkohlung befindlich
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Dom Mooß der Bäume. xvi.

Seiten bey uns auf den Aesten der Tannen-Bäume den weissett Mooß so hauffig siehet,daß sich die Aeste davon gantz tief zur Erdebeugen. In Lappland soll er wie lange Sot-ten von den Aesten der Bäume, insonderheit!der Fichten, herabhangen. S. SchellersReise-Beschreibung von Lappland und Both-nien, p. sr.

§. 4. Der Baum-Mooß ist grösten-thcils vor eure Art magerer und dürrer Man;tzen anzusehen , er mag nun unten an denWurtzeln, und um den Baum herum, oderan dem Stamm und auf dessen Aesten wach-sen- Wie die Natur überhaupt bey den Ge-wächsen den Unterscheid liebet, so erzeiget siesich auch bey den Baum-Mooßen, und brin-get dessen mannichfaltige und von einanderunterschiedene Gattungen hervor; Mancherist gantz kurtzhäricht, und wächst wie ein Flltz-dichte in einander, einige 8orren sindFcnchcl-artig, sie sind mit langer» Haaren versehen,und wachsen fast wie Fenchel auf, andre sindals ein Gewebe einer dürren Haut anzuse-hen, und sind wie ein Schwamm oder StückLeder, noch andre wie eine blosse Rinde, diedie andere Rinde der Baume überziehen, oderwie eine pflantze, bey denen immer ein Astaus dem andern wächst; Bey diesen letzter»siehet man Iveder Blüchen, Stengel nochSaamen, aber wohl bißweilen, wenn mangenau Acht darauf hat, eine neue und gleich-sam junge Art Mooß es, so aus dem altenwachst.

§. z. Der Farbe nach ist er ebenfallsgar sehr von einander unterschieden, mancherist gantz dunckel-grün und braun-grünlich,ein andrer Aschen-farbicht, noch ein andrergantz weiß, einige 8orken sind gantz gelblicht,oder fallen doch einiger maassen ins gelbe; Aneinigelt Orten habe ich, insonderheit auf denBuchen, gantz Kohl-schwachen Mooß ange-troffen , der auf das allerzarteste zuschnittengewesen, und nicht anders angeschienen, womau die Augen ,licht gantz nahe darauf ge-richtet gehabt, als ob die Bäume mit einem1 'ulwilen Pinsel mit schwacher Farbe bemahltgewesen. Einige Rmtorcs gedencken des ro-then Mooßes; doch dieser ist mir noch nie-mahls vorgekommen, ungeachtet ich die Moos-se gar fleißig oklervirt gehabt- Den weißenMooß, der an den Fichten uno Kiefern han-get, hält man vor sehr gut, und schreibet ihmdie größte Krafft und den angenehmsten Ge-

ruch zu. Der schwache tauget nichts, undschafft, so viel mir bekandt, gar keinen Nu-tzen. S- lLaji källk. p. 114. Dengrünen und Asch - grauen Mooß, als wel-ches die gewöhnlichsten sind, muß man nnler-schiedcncn OcLollomischen undsehen Nutzen zuschreiben, wie in diesem Capi-tal unten weiter vorkommen Mich. Ivaul-cu-berg hält in dem ersten Theile keiner l iorci-cnlrnr 141. den rothen Mooß vor den al-lerärgsteri, und vor eine Anzeigung einer da-selbst befindlichen Fäule. Vcllcluus gepen-cket in seinen Omcrvmiombcrs ?bvlico-ääeeÜLis, Olck. I^Vl. Ilecmolk.!. P.-5. ei-ner mooßichten Wolle, die sich gantz weichund gelinde anfühlen liesse; Er sagt, das inools-sichte und haarichre Wesen, so man an denWurtzeln und Stammen der Bäume an-krasse, wäre jedermann bekandt, dieses wäreaber etwas besonderes, daß auf den Bäumeneine gewisse Art einer Wolle wüchse, die vondem Mooß unterschieden wäre, und bey denBlutstillungen sich überaus dienlich und heyl-sam erwiese, es ist dieses allerdings vor etwas(.mrieules anzusehen; der Rucor aber hatnicht wohlgethan, daß er die natürliche Ge-schichte hievou nicht deutlicher und vollstän-diger aufgezeichnet, au welchem Orte er sieangetroffen, und deren Eigenschafftcn undWürckungen genauer beschrieben.

§. 6. Was nun den Ursprung derMooße anbetrifft, so pflegt derselbe nach des-sen Unterschiede auf verschiedene Weise zu ent-stehen. Einigen pflegt der gröbste, nnreineste,erdichte Gafft der Bäume hervor zu bringen;ein anderer wird aus einer fetten und Dich-ten Feuchtigkeit der Erde gezeuget; dieser be-stehet, wie aus der EMmischen Untersuchungerhellet, aus einer schwcfelichrcn und sich leichtentzündenden Materie; man kan durch l)j-ikiliiren einen sauern 8pirimm und einschwach Oehl von ihm hervorbringen, undsich dessen zu den Kunst-Feuern mit bedie-nen. S. VVedels Dill. 60 mulco tcrrclkri,und v. OeAners Oiili 6c türcis, <"ap.Xl.tz. l V. Mancher entstehet aus der auzugros-sen Dürre und Unfruchtbarkeit des Erdbo-dens, in welchem die Bäume wachsen, undaus Ermangelung der Lufft und andernFeuchtigkeit, die in das Erdreich sonst zu drin-gen pflegt. Dieses siehet man in den Gär-ten und Weinbergen. ^Ie mehr der Bodengedünget und umgehacket wird, je reiner sinddie Obst-Baume V0tlMew?;je mehr er aber^ 5 Mit