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Von den Schwämmen. Op. Xvm.
messen kan. Manche führen einen sehr gro-ben Sc! wefcl bey sich, und verursachen dahercmcn schädlichen und den Kopf einnehmen-den Gestanck, andre sind mit einem iükrilcnund gantz reinen Schwefel versehen, der ihneneinen gantz lieblichen Geruch zu wege bringt.Viele entstehen aus einem groben und zähenSchlamm, daher sie wie mit Leim und Galierte überzogen- Die an den Wurzeln derBaume hervor grossen, sotten viel zarter sinn,als die an dem Stamm oder aus den Aestenausschlagen, weil die Holtz-Fäsirchen an denWurtzeln viel weicher, und der Safft dünnerund waßrichter,als der oben an dem Stamm,oder an den Aesten. Sie sollen nicht leicht-lich an einem gesunden Orte des Baumesausbrechen, sondern mehreutheils an einemetwas schadhaffcen, der entweder von aussendurch einiges Ungewitter und Ungeziefer, odervon innen durch seinen eignen verdorbuenSafft etwas erlitten, anch nicht leichtlich ausbloß natürlichen rafften der Baume oder desErdbodens, sondern aus solchen, die mit ei-nigen Platz-Regen, Nebel - und Mehltharr,oder etwas mrders dergleichen vermischt ge-wesen. Man findet aus der Erfahrung,daß warme, feuchte und mit Donnerwettervermischte Nach - Sommer zum Wachsthumder Erd-piltze ein grosses comclkmren.
Baume au, auf Welchen sie zu wachsen pfle-gen. Wo der Schwamm von seiner Rindeoder Hoch zwar abgeschnitten wird, jedochso, daß noch etwas von seiner Wurtzch dafernes anders eine Wurtzel zu nennen, daranbleibet, so siehet man, daß nachgeheuds neuepiltze wieder daran wachsen. Dieses wirdmau ebenfalls spühren, wenn mau ein Stückvoll dem Hoch des Baumes abschneidet, undes in einen feuchten Keller leget-
§. >6. Einige Schwämme erweisenwider mancherley Gebrechen bey Menschenund Vieh ihren gantz besondern Nutzen.Wenn man die Linden - Schwämme demRind-Vieh ms Geträncke legt, so sollen siedurch deren Kraffr wider mancherley anste-ckende Seuchen piLlcrviret werden DieRoß - An'tzre streuen das Pulver vonSchwämmen den Pferden ein, wo das roheFleisch zu sehen, da sie von Satteln, oderRiemen gedruckt, und auf andre Weise be-schädiget worden. Die schwämme desHolundcr - Strauchs, da sie in Milch ein-geweicht , und gekocht werden, geben ein gu-tes Gurgel-Wasser ah, sie stillen die ange-henden Entzündungen, und curiren dieMund - Geschwüre und Bräune. S-We-äess Dulder. cke Lamk-etco p. zo.
§. '5. Die faulen Schwämme zei-gen sich nicht nur au den Aesten der abge-hauenen Bäume, sondern auch an dem Hoitzeund auf feuchten und moderigen Bretern.und kan des gelehrten Italiänischen Grasinsülartilii Hacffw clc Ooueeacione tckn»o-r,in, mit mehrern hievon nachgelesen werden,allwo sie beschrieben und in Kupfern vorge-stellt. In manche» Wäldern entstehen dieBaum-schwämme immer zeitlicher als inandern. Wo sich eine Faulniß an einemBaum allbereits angefangen, und gewisseLheilgen zum Ansatz der Pütze elilpomrtgewest, so gehet hernach dieselbe Faulniß un-vermerckter Weise in den Bretern, die auspi-neu, solchen Baum geschnitten worden, fort,und die Schwämme sitzen sich gar leichtlichauf denselben an. Die schon angefaultenBäume sind nicht mehr im Stande, harteund frische derbe piltze zu zeugen, sondern siebringen gantz kleine, weiche und zerbrechlichezum Vorschein, welches man anch an denenvon ihrer Rinde entblösten Bäumen wahr-nehmen kan; es deuten die vielen piltze denbaldigen Untergang und das Absterben der
§. Vor allen andern Schwam-men ist der so genannte Lerchen - Schwamm,der an den Lerchen - Bäumen zu wachsenpflegt, in der lVIcsticin sehr eeuomirt, undin den Oistcuien bckandt. Er wird von denBaum-Rinden abgenommen, nachdem er be-ginnet dürre und jpaltig zu werden; Man> muß ihn an einem trocknen Orte aufbehal-ten; wo man vermerckt, daß der Wurm da-zu kommen will, muß man ihn mit einemkleinen Bürstgen reinigen. Ist er recht ge-halten worden, bleibt er etliche Jahr in sei-ner Krafft. Der beste ist, welcher lchöuweiß, leichte, locker, mürbe und gantz ist, amGeschmack erstlich süß, und bald darauf et-was bitter und strenge- Die schwartz odergraulicht, schwer, holtzicht, dicke, grob, hartund wurmstichig, inwendig aber mit vielFasern versehen, sind nicht gut zu gebrau-chen. Rlctrovanttnü meldet in seiner cu-riola aeborum ckeloripnone p. 149. erhätte zu vielen mahlen wahrgenommen, daßdie Lerchen-Schwämme nicht selten mit denEich-Schwämmen verfälscht worden, mankönre aber aus der ungcstatttri und wun-der-