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Sylvicultura oeconomica oder hausswirthliche Nachricht und naturmässige Anweisung zur wilden Baum-Zucht : nebst gründlicher Darstellung, wie zuförderst durch göttliches Benedeyen dem allenthalben und insgemein einreissenden grossen Holtz-Mangel, vermittelst Sae-, Pflanz- und Versetzung vielerhand Bäume zu rathen, auch also durch Anflug und Wiederwachs des so wohl guten und schleunig anwachsend, als andern gewüchsig und nützlichen Holtzes, gantz öde und abgetriebene Holtz-Ländereyen, Plätze und wiederum holtzreich, nütz und brauchbar zu machen ... / Hannss Carl von Carlowitz : alles zu nothdürftiger Versorgung des Hauss-, Bau-, Brau-, Berg- und Schmeltz-Wesens, und wie eine immerwährende Holtz-Nutzung Land und Leuten, auch jedem Hauss-Wirthe unschätzbaren grossen Aufnehmen, pfleglich und füglich zu erziehlen und einzuführen : worbey zugleich eine gründliche Nachricht von dem in Churfl. Sächs. Landen gefundenen Turff, desen natürliche Beschaffenheit, grossen Nutzen, Gebrauch und nützlichen Verkohlung befindlich
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176 Oap. XXXlX.

Win^r über irn Garten gut bleibet, wennman sie fleißig mit Mist bedecket, und mitStroh verbindet; ich hatte davor, daß dieseund andere von den fremden 8orrcn der Kältenach und nach so gewohnt können werden, baßsie endlich auch in freyen wie unsere anderneinheimischen Weiden ausdauern.

§. z. Der berühmte Englische ttora-nicvis erwehnet einer gewissen GartensWeide, so eine sehr schöne und liebliche Blu-me hergeben soll, die man in die Garten-Bee-ten mir setzen kan, mit den übrigen Weidenaber gar keine Anverwandschaffr hat. Sosoll auch in 8nl 0p5kirll emc gewisse wohl-riechende Art seyn, die sich über die maassenwohl schickt an lustige Bache gepflantzt zuwerden, so wohl zur Zierats) als zum Nutzen,man soll sie durch Ableger fortpflantzen, undsie soll auch auf einem trockenen Boden wohlfortkommen. S- lrvsliiw 8ilva und?omona x.95.

§. 4. Wo unsere Teutschen Haußwirthebey allen Arten der wilden Baume so fleißigwaren, um dieselben zu cuinvireu und nach-zuziehen, als sich ihrer viele bey den Weidenbezeigen, so würde es um den Holtz- Anbauschon längst besser ausgesehen haben. Ee

machts, daß es mit den Weiden keine so gargrosse Mühe giebt, dieselben mit gar leichterArbeit gesetzt werden, und doch hernach garbald fortkommen, und wohl genutzt werden.

K. 5. Das Holt; der Weiden ist zwardurchgängig von einer wasserrchten Natur,ziemlich schwammicht und locker; jedoch istmanches von einer grösser» Dichtigkeit alsdas andere, gicbct auch mehr Hitze. Wegen sei-ne ?oroluat fangt es leichtlich an zu faulen, ^und giebet,wie bekandt ist, bey Nacht-Zeitenund im finstern einen hellen und leuchtendenSchein von sich. Wo man es trocken er-hält, so soll es eine gar lange Zeit ausdauern;ich halte davor, baß man durch fleißige Auf-sicht bey vielen Weiden verwehren tonte, daßsie nicht so hohl, sondern mehr ins Holtz wüch-sen , wo man nur bey Zeiten hierauff Achthätte; jedoch thut auch die Beschaffenheitdes Bodens, in welchem sie stehen, hierbey garvieles mit.

§. 6. Was der Herr von Carlolvitzitt seiner Lilviculrur ?. l. L. XI. H. n. an-führt, daß die Weiden nicht recht fort wol-

Von Weiden.

ten,wenn es allzu naß wäre, sie bleiben inihrem Wachsthum stecken und müßen endlichgar crsänffcn, weil die Wurtzel nicht nieder-kommen tönte, finde ich auch von dem Eng-länder i^nKlsy bekrafftiget; Er sagtin seiner 8uie merlwä. p.177. er hatte wahr-genommen, daß sie weit besser getrieben, wennsie um einen oder zwey Fuß von dem Wasserwären gesetzt gewesen, als wo man sie darin-nen gantz eingesenckt Es ist wohl kein Zwei-fel, daß die Weiden, die auf hohen Gebürgcnwachsen, in vielen Stücken, ihrem Holtz undandern Eigenschafften nach von gantz andererNatur seyn, und ihr Holtz von besserer Güte,als die an den Wassern stehen; ich habe abernoch nicht Gelegenheit gehabt, ihre Eigen-schafften gegen einander zu examinireu, wel-ches ich, dafern mirGOtt Leben und Gesund-heit verleihet, zu seiner Zeit thun will.

§. 7. Daß man vor diesem in den Ge-dancken gestanden, als ob die Weiden ohneUnterscheid keinen Saamen hätten, ist wohleine irrige Meynung, die aus der Erfahrungsattsam widerlegt wird, und ist das Aus'aender Weiden in einigen Ländern mit gar gutemüvtQLLtt unternommen worden. In Franck-

reich säen sie aus den Saamen, der in denSapffgen einiger Weiden enthalten, die Wei-den in gewisse Furchen, wie man das Korn beyuns pflegt auszusäen, wiewohl diese Aäpff-lein nicht alle fruchtbar sind. Lvc-Iin erzch-let in seiner 8ilva und l^omona p.y?.. daßman in England an dem Orte, wo er sichaufhielte, den Weiden - Saamen ebenfallsausgesäet; es hätte aber das greuliche Un-kraut und die Quecken die aufgegangene Saatso sehr mitgenommen, daß sie gantz darüberverdorben, und harten auch durch den orcll-naixen Fleiß der Menschen unmöglich einge-halten können werden. Er meyntt also, esmäste entweder das Unkraut in Franckreichund andern s)rovintzien nicht so sehr arg undharmackicht sepn,a!s iyie e6an diesem Ort ge-wesen, oder das Volck müste daselbst sich ge-duldiger und fleißiger erweisen- In Deutsch-land ist man, wie der Herr von Carlowitz?. II. S V. §. 6. anzeigt, wegen des Un-krautes gleicher Meynung; jedoch ich kaneben nicht absehen, daß der Nutzen hievon sogar groß wäre, inmaassen dre Weiden durchSetzen schon leicht und hurtig genug fortkommen.

§- 8 .