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Deutsche Excursions-Mollusken-Fauna / von S. Clessin
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der Umgebung beeinflusst wird, geben, resp. von einemangenommenen Typus sieh entfernen können, ohne dass dasThier in Mitleidenschaft gezogen wird. Gerade dieser Punktsollte aber für die zunächst anznstellenden Untersuchungender wichtigste sein. Die Hauptaufgabe fällt hiebei aller-dings dem Anotomen zu, der die minutiöseste Untersuchungder Organe vorzunehmen hat. Demnach kann jeder Samm-ler zu dieser für die Klasse der Weichthiere ausserordentlichwichtigen Frage sein Scherflein beitragen, wenn er auf derEtiquette der gesammelten Schalen nicht allein den Namendes Fundortes notirt, sondern auch dessen Beschaffenheitbeifügt. Insbesondere ist die Gesteinsformation zu berück-sichtigen, ebenso die physikalischen Eigenschaften, ja selbstdie Sammelzeit ist von Wichtigkeit. Durch Vergleich dieserNotizen wird es möglich, Anhaltspunkte dafür zu erlangen,ob gewisse Formen der Schalen von bestimmten Localitiitenabhängig sind.

Meine Beobachtungen der Mollusken im Freien habenmir die Ueberzeugung verschafft, dass alle Schalen, insbe-sondere aber jene der grossen Bivalven nach der Beschaffen-heit der Standorte abweichende Formen annehmen. Ichmuss daher das Vorgehen der französischen Autoren, welchein jeder nur wenig abweichenden Form eine neue Art sehenzu müssen glauben, entschieden verwerfen. Mons. Rervain,(hist, des moll. aceph. des evoir. de Frankfurt 1882) hatsich bemüssigt gefunden, auch auf unser Vaterland diefranzösischen Anschauungen zu übertragen. Ich habe schonan der bezüglichen Stelle naehgewiesen, dass derselbe nichteinmal die Kenntniss der Altersstufen unserer Muscheln be-sitzt und halte es daher für das Geeignetste, dessen Auf-stellungen zu ignoriren. Gerade dies Vorgehen des ge-nannten Herrn zeigt, wie nöthig das Studium aller Lebens-verbältnisse der Mollusken ist und desshalb möchte ichJedermann, diess dringend empfehlen.

Es ist unbedingt nothwendig, die Anatomie, Physiologie,Morphologie, überhaupt alle Verhältnisse unserer einhei-mischen Mollusken aufs Eingehendste zu studiren. Selbstdie anscheinend unbedeutenste Beobachtung über das Wachs-thum der Schalen, das Zusammenleben der Thiere, die Wahlihrer Aufenthaltsorte, ihre Lebensgewohnheiten, die Lebens-