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Deutsche Excursions-Mollusken-Fauna / von S. Clessin
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3. Genus Vitrina Draparnaud.

Titrina Drap. Tabl. moll. 1801. p. 103.

Thier: schlank, sehr gross im Verhältnis zum Ge-häuse ; Athemöffnung auf der rechten Seite unter derGehäuseecke; Geschlechtsöffnung rechts in der Mitte desHalses; Fuss schmal, nach hinten sehr zugespitzt; Mantelweit, mit über das Gehäuse legbaren Lappen. — Kieferglatt mit einem zahnartigen Vorsprunge in der Mitte. —Zunge: Mittellinie durch einen symmetrisch spitzigen Zahnbezeichnet, dann in 4 Längsfelder getheilt; Zähne der beidenMittelfelder nicht symmetrisch zwei- und dreispitzig; Zähneder Seitenfelder klein, hackenförmig.

Gehäuse: ungena6?lt oder fast ungenabelt, sehr dünn-schalig, glasartig, durchsichtig, gedrückt-kugelig oder ohr-förmig, Gewinde aus wenigen, schnellzunehmenden Umgängenbestehend, der letzte sehr erweitert; Mündung gross;Mundsaum einfach, Spindelrand in einen häutigen Saumauslaufend.

Verbreitung: Das Genus Vitrina ist über die ganzeErde verbreitet; Arten desselben finden sich im höchstenNorden, reichen bis zur Schneegrenze in den Alpen undwerden auch unter den Tropen beobachtet.

Bemerkung. Die Thiere leben nur an feuchtenOrten und haben eine einjährige Entwicklungsperiode. Siewachsen sehr schnell, legen ihre Eier im Frühjahre in diefeuchte Erde und diese entwickeln sich während der wär-meren Jahreszeit, so dass die ausgewachsenen Thiere erstim Herbste mit Eintritt feuchterer und kühlerer Witterungan die Oberfläche kommen. Hier halten sie sich währenddes Herbstes und Winters und sterben, nachdem sie dasFortpflanzungsgeschäft besorgt habeD, noch vor Eintritt desFrühjahres ab. — Die Thiere sind gegen die Winterkältenicht empfindlich, desto mehr aber gegen Wärme und Tro-ckenheit. —• Einzelne Arten, z B. Vitr. diaphana, sindRaubtbiere, die sich selbst gegenseitig auffressen.

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