Buch 
Deutsche Excursions-Mollusken-Fauna / von S. Clessin
Entstehung
Seite
367
JPEG-Download
 

367

viel starksehaligere Gehäuse als jene der norddeutschenEbene. Die ungeheuren Formverschiedenheiten der Gehäuse,die im Kampfe ihrer Bewohner mit den ihrer Entwicklungungünstigen Verhältnissen entstehen, sind mehr als Mon-strositäten, denn als Varietäten aufzufassen, und es würdeauch geradezu unmöglich sein, einzelne Zwischenformen her-auszugreifen. Die weitgehendste Gewindeverkürzung findetsich im Bodensee ; ich habe diese Form var. bodamica (Mil-ler, Schalthiere des Bodensees p. 4 t. 1 fig. 2) benannt; sieerreicht nur 31 mm Länge bei 25 mm Breite und 26 mmLänge der Mündung bei 16 mm Breite.

Verbreitung der Art. Im ganzen Gebiete, überallhäufig.

Bemerkung. Mit Ausnahme des südlichen Theilesvon Spanien ist L. stagnalis über ganz Europa verbreitet(bis zum 67° n. Breite, Archangelsk .); sie findet sich fernerim nördlichen Theile Asiens , geht im Innern dieses Welt-theiles bis Kaschmir und Afghanistan , und wird auch imGebiete der grossen nordamerikanischen Seeen beobachtet(L. appressa Say etc.). L. stagnalis gehört somit zu deneircumpolaren Arten und erfreut sich eines so ausgedehntenVerbreitungsbezirkes, wie ihn wenige Species aufzuweisenhaben. Nach Pettert wurde die Art auch bei HowartTown in Neuseeland eingeschleppt.

2. Gruppe: Gulnaria, Leach.

Quhiaria, Leach, Brit. moll. p. 146.

Gehäuse: dünnschalig, Gewinde sehr kurz, Umgängesehr rasch zunehmend, der letzte sehr erweitert, den weit-aus grössten Theil des Gehäuses ausmachend. Mündungsehr weit, ohrförmig.

2. Gulnaria auricularia, Linne.

Helix auricularia, L Syst. nat. ed. X. 1758. p. 774. Chemnitz , Conch. Cab.IX. 2 p. 171 t. 135 flg. 1241/42.

Limneus auricularius, Drap., tabl. p. 42. Hist. moll. p. 19 t. 2 flg. 2829.Sturm, Fauna VI. 1 t. 12.

Gulnaria auricularia, Hartmann Gast. p. 63 t. 16.

Litnnaea C. Pfeiffer, Naturgesch. I. p. 85 t. 4 fig. 1718. Rossm.Icon. fig. 55.