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Ratschlag betreffend die Weiterführung des Hüninger Kanals bis Basel : dem Grossen Rate vorgelegt den 9. April 1896
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»Wir erwähnen zur Begründung dieses Satzes die folgenden Thatsachen :Der Untere Rheinweg liegt in seiner ganzen Länge unter dem Niveau desRheinhochwassers; dasselbe ist der Fall bei der Untern Klybeckstraße ; ebensowird das ganze Gelände zwischen Rhein und Unterer Klybeckstraße einerseitsund dem Dorf Kleinhüningen andrerseits vom Rhein bei seinem höchsten Standüberschwemmt. Eine Stauung des Rheines würde also die genannten Straßenund Komplexe mehr als bisher den Gefahren und Schädigungen des Hoch-wassers aussetzen. Dieser Umstand fällt um so mehr ins Gewicht, als essich nicht etwa nur um geringwertiges Land, sondern um Terrain handelt,das zum Teil schon jetzt städtisch angebaut ist, und dessen Überbauung mitHäusern immer mehr fortschreitet.«

»Eine Erhöhung des Rheinwasserspiegels würde auch sehr ungünstigeinwirken auf die Wiese, deren Ausmündung in den Rhein bekanntlich schonjetzt dem Rückstau ausgesetzt ist.«

»Entsprechende Verhältnisse finden sich bei den Ausmündungen derDohlen am Bläsiringweg und an der Dreirosenstraße.«

»Das Gesagte mag genügen, um es durchaus zu rechtfertigen, wenn wirgegen eine jede Einrichtung, welche eine Hebung der Mittel- und Hochwasser-stände des Rheines bei Basel bewirken würde, die entschiedenste Einspracheerheben.«

»Damit soll jedoch den Absichten der deutschen Regierung, die alsnotwendig erkannten Änderungen in den Wasserverhältnissen des Kanalsdurchzuführen, kein absolutes Hindernis bereitet werden.«

»Wir erklären uns vielmehr gerne bereit, über die Ausführung aller vonden deutschen Behörden vorzulegenden Projekte, welche das zur Speisung desHüninger Schiffahrtskanals erforderliche Wasserquantum aus dem Rheine beiBasel , sei es durch Verlängerurg des Kanals bis auf Basler Gebiet, sei esdurch andere Mittel, beschaffen wollen, in Verhandlungen einzutreten.«

Die in solcher Weise erhobene Einsprache gegen das Projekt einesStauwerkes im Rhein hatte zur Folge, daß dieses Projekt von da an nichtmehr zur Sprache gebracht wurde. An Stelle desselben trat nun das Projektder Weiterführung des Kanals bis Basel .

Dieses Projekt war im Verlaufe der Untersuchungen, welche das Bau-departement über den vorgeschlagenen Wehrbau anstellte, zuerst aufgetaucht;es hatte sich sofort als ein so beachtenswertes erwiesen, daß Beratungen überdasselbe schon vor Erlaß des soeben mitgeteilten Schreibens waren gepflogenworden.