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orientiren kann, ebenso besagt ein großes Plakat, daß „der BürgerAssy" tm zweiten Stocke wohnt.
Von den Fenstern des Bureau äu Nravail ek äs 1'Bodsangsherab schaute ich dem Aufmarsch von sechs Bataillonen der National-garde zu. Ein Mitglied der Kommune hielt mit hellklingenderStimme eine Ansprache, welche mit dem lebhaften Rufe: VivsIn Lornmuns! erwidert wurde. Man sah indeß auch einzelneReihen, welche lebhaft — schwiegen und das Schwenken des KäppisAndern überließen. Von der Ansprache des Delegirten vernahmich nichts als die scharf durchschneidenden Worte: ,ess eiiminelsäs Vorsaittss!"
Vom Stadthaus weg verfügte ich mich nach der RueSt. Dominique, Quartier St. Germain. Hier thront derKriegsminister Meister Cluseret. Am Portal des Hofes steht einjedenfalls über 60 Jahr alter Nationalgardist und ein schwarz-äugiger Gamin, der sich aus Leibeskräften bemüht, eine martialischeHaltung anzunehmen. Im Hof selbst weilen rechts und linkszwei Marketenterinnen, die eine eine häßliche, schwarze Vettel, inhohen Stiefeln und mit wallendem Federhut herumwatschelnd, eineschreckliche Gustel von Blasewitz, — die andere ein für das derbeHandwerk fast zu zartes Mädchen, mit deutschen Zügen, graziösgekleidet, ganz roth besäumt, eine rothe Feder auf dem Käppi.Selbst das Fäßchen, aus dem sie den Soldaten kredenzt, erglänztin tiefem Roth, wie die Nase eines ihrer Kunden, die eine ent-schiedene Neigung für das „Geistige" dokumentirt. Da dieKrieger durchweg ein feines Auge für landschaftliche Schönheitenhaben, so hielten die meisten derselben zu nicht geringem Verdrußder alten Gustel bei dem jungen Täubchen an, selbst GeneralDombrowskh, der, begleitet von seinem Adjutanten, eben zuPferde erscheint und, galant wie die Polen alle sind, miteinem verbindlichen Kompliment sein pekit vsrrs bei ihr inEmpfang nahm. Dombrowskh ist ziemlich schmächtig gebaut,eher unter der Mittelgröße, äußerst beweglich, und die Züge seinesfeinen Gesichtes verrathen große Lebhaftigkeit. Man hat sichnicht entblödet, über den Mann die schmutzigsten Gerüchte in