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Plaudereien : feuilletonistische Blätter / von Reinhold Rüegg
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schaften erblickte. Und was erst für eine Amendementsmeute sichhintendrein stürzen würde! Der Eine verlangte, daß dem Schwurein neues Lemma angehängt würde, welches geeignet wäre, gewisseBefürchtungen seiner Gegend zu beseitigen, der Andere wünschtedem Ganzen eine einfachere Fassung zu geben, auf jeden Fallvon derZerstörung der Burgen" nichts zu sagen ....

Das müßte erhebend sein. Die Augen gehen nur über beisolchen Gedanken!

Königin, das Leben ist doch schön! Mag der Frühling nochso unwirsch sein, er ist und bleibt halt doch der Lenz, der erstefrische Athemzug der erwachenden Welt, ein Hauch, der am einenOrt die Blutwellen rascher durch die Adern treibt, die Augenwiederum frisch glänzend macht am andern ein müde flackern-des Lebenslicht sachte löscht. Es muß ein herrliches Sterbensein im Frühling, so hinzugehen nach einem letzten langen Blickeauf die farbige, blühende, grüne, duftige Welt, auf der weißen,vom Tode gezeichneten Stirn einen Sonnenstrahl mit in's dunkleGrab hinunterzunehmen, als Gruß der Lebenden an die Todten . . .

Nicht daß es mir jeweilen im wunderschönen Mai, wenn dieBäume, die Handwerksburschen und Studenten wieder anfangenauszuschlagen, besonders um's Sterben gewesen wäre, aber tief-traurig machte mich doch immer der mit dem Wonnemond ver-knüpfte Anblick der kleinen Jungen, welche mit Hülfe der Pfarr-bücher eingefangen und nun der Schule abgeliefert werden. Siehaben gar keine Ahnung, um was Alles sie geprellt werden;,unbeschwert von Katechismustrübsal, rein von aller Geometrie,konnten sie herumjagen von Morgen früh bis zum späten Abend,sich im hohen Gras zum Schlummer hinlegen oder mit offenenAugen träumen im kühlen Schatten, wenn hoch oben die weißenFrühlingswolken durch die Lüfte ruderten, wenn der rothgoldigeSonnenschein ringsum die Rosen aufküßte und durch die grünenWipfel hindurch flimmerte, auf deren Zweigen die Vöglein plau-dern und jauchzen, sich tausend süße Geheimnisse erzählen, welche