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ohne Kenntniß vom Himmelreich aufwachsen. . . Und Ihr sitztda, mit gefalteten Händen und Beinen, lauscht dem Strom derBelehrung und denkt vielleicht mitunter:
Herrlich, etwas dunkel zwar,
Aber 's klingt recht wunderbar.
Ach Herr im Himmel, was wird uns armen Menschen-kindern auf der Schulbank nicht Alles „von Staatswegen" ein-gelösfelt! Ein unaussprechliches Glück, daß die hungrige Zeiteinen Theil der gelehrten, garstigen Rinde, welche die Erinne-rungen, die wie Hoffnungsgrüne Ranken sich herüberwinden, über-wuchern möchte, wieder frißt.
Wie nichtig, farblos ist alle Begeisterung, die man empfin-det, wenn man durch das „Vertrauen seiner Mitbürger" zumSchulpficger oder Stimmenzähler berufen wird, gegen jener über-quellenden Lust und dem Thatendrang, die sich mit den erstenHosen im Herzen des aufkeimenden Schlingels einfinden. Zumersten Mal durchschauert ihn das Gefühl der allgemeinen Wehr-pflicht, geht in ihm eine Ahnung von des Lebens ernstem Führenauf. Und wenn er so dasteht, die Hände in die Tasche ver-grabend, dann spricht er nicht, aber er denkt ähnlich wie jenerBürgergardist von 1848, der, als ihm das Offiziersschwert über-geben wurde, seiner Kompagnie zurief!
„Bürger, dieser Säbel ist der schönste Tag meines Lebens!"
Ich entsinne mich Wohl dieses Wendepunktes in meiner Ge-schichte. Bis zu jenem Tage — 's war auch im Maien — hatteich einen Kittel getragen, über dessen Herkunft nnd ursprünglicheFarbe in der Familie nur ganz unbestimmte Vermuthungenherrschten, und der meine bereits behosten Mitbrüder zu ganzperfiden Bemerkungen verleitete. Da endlich wurde ich nachKräften gewaschen und gerieben, der Kittel fiel, wie die Hülleeines Schiller-Denkmals, und ich stand da „fest gemauert auf derErde". Der Familienälteste hielt eine kurze Ansprache über dieBedeutung des, Tages, die Rechte und Pflichten, welche mit demneuen Futteral verbunden seien, wie ich mich nun nicht mehr im