Karte 
Section Allendorf - Treis / geologische Aufnahme von Professor Dr. E. Dieffenbach und Rudolph Ludwig
Entstehung
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Das Streichen der Schichten ist, kleine Störungen abgerechnet, überallzwischen 4 und 5 Uhr des bergmännischen Compasses, das Einfallen baldsüdöstlich, bald nordwestlich in 20 bis 60°. Die beobachteten Fallwinkelwurden auf der Karte eingeschrieben*

In dem Bereiche unserer Section sind nirgends Versteinerungen imflötzleeren Sandsteine aufgefunden worden, doch unterliegt es keinem Zwei-fel, dass die Schichten, welche wir als solche bezeichnen, in diesen Hori-zont gehören, da sie mit solchen ununterbrochen in Verbindung sind, welchein den angrenzenden Sectionen Gladenbach und Biedenkopf durchdarin eingebettete Pflanzenreste hinreichend charac-terisirt sind*

An einigen Punkten, namentlich zwischen Lollar und Frohnhausen ,sind dem flötzleeren Sandstein rothe Farbenschattirungen eigen, welchewahrscheinlich aus der Umwandlung beigemischt gewesenen Schwefelkiesesin Eisenoxyd hervorgegangen sind. Bei Wissmar, mehr aber noch an densteilen Hügeln an dem rechten Allna-Ufer zwischen Allna und Hermers­ hausen , macht sich ein Conglomerat aus weissem Quarz, grünlichem undschwarzem Thonschiefer, Feldspath- und Kalksteinstückchen bemerklich,welches obenhin betrachtet w r ohl die Vermuthung aufkommen liess, dasshier granitische Gesteine zu Tage träten. Diese groben Conglomerate bil-den Bänke über dem Posidonomyenschiefer und stehen im Fortstreichen imZusammenhänge mit einem grobkörnigen, oberhalb Haddamshausen amWege von Hermershausen nach Ockershausen mitten im Feld an-stehende Felsklippen bildenden, Sandsteine. Ich konnte trotz emsigenSuchens in dem erwähnten Gebiete keinen Granit auffinden* In der Sec-tion Gladenbach werden solche Conglomerate des flötzleeren Sandsteinsnoch mehrfach Erwähnung finden*

An der Badenburg bei Lollar liegt in diesem Sandsteine eineSchicht Alaunschiefer mit Spuren von anthracitischen Steinkohlen.

Das Gestein findet nur beim Wegebau und als Baustein von geringerGüte Verwendung.

6* Dyasformation.

Von den Gesteinen der Dyasformation begegnen wir nur dem Rotlilie-genden* Der Zechstein , welcher in der Section Giessen bei Haberts-hausen am Vogelsberge und in der Section Rennertehausen-Fran-ke nberg bei Röddenau , Frankenberg und Dörnholzhausenvorkommt, fehlt in der Section Allendorf-Treis, wie auch in denSectionen Marburg und Biedenkopf am Tage zwischen dem Ausgehen-den von Rothliegendem und Buntsandstein.

Eine kleine Partie dolomitischer Mergel, welche bei Nieder-Wei­ mar dem Rothliegenden aufliegt, könnte zum Zechsteine gerechnet werden ?