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Section Allendorf - Treis / geologische Aufnahme von Professor Dr. E. Dieffenbach und Rudolph Ludwig
Entstehung
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gezierten Rücken näher an der Westseite und senkt sich östlich gegen dieZwester-Ohm in mehreren Stufen nieder. Zahlreiche tief eingekerbteQuerthälchen zerstückeln ihn beiderseits; so dass er das schönste Bild einesdurch Hebung (Fernerstellung vom Centrum der Erdkugel) zerborstenenTheils der Kugeloberfläche darstellt, dessen scharfe Bruchränder jedoch vonder Erosion schon stark benagt sind.

Während die westliche Wand dieses Hebungsstücks nach der Lahn hin in einem steilen Absturze 160 Mtr. niedergeht, bildet sich an seinerOstseite eine steilwandige Stufe von etwa 100 Mtr. Höhe, welcher sichein sanfte Verflächung vorlegt. Offenbar hat sich hier gegen Osten einPfeilerstück von grosser Breite, von Schröck bis Nieder-Klein undselbst noch in die Section Alsfeld hinein reichend, niedergesenkt, um dermächtigen tertiären Ablagerung von Amöneburg , Ofleiden, Leiden­ hofen und den sich darüber verbreitenden Basalt- und Doleritlaven Raumzu gewähren.

Der Pfeiler zwischen Lahn und Zwester-Ohm ist fast genau im Meri-dian gerichtet, die ihn construirenden Schichten streichen quer gegen seineLängenachse und fallen in Winkeln von 34° gegen Süden ein. DieserSchichtenbau bezeugt, dass schon vor der letzten Hebung Dislocationenvorgegangen sind, und in Wahrheit musste das Terrain, welches nach derAblagerung des Buntsandsteins trocknes Land blieb, in die Tiefe sinken,als der marine Septarienthon von Kirchhain darüber abgelagert werdensollte, und sich darauf endlich wieder beträchtlich erheben, um das heutigeFestland bilden zu helfen.

Südlich vom Durchbruche der Zwester-Ohm bleibt die Sandsteinplatteniedriger; sie überschreitet nicht 100 Mtr. über dem Lahnthale, sie ist da-selbst offenbar von geringerer Dicke, als der nördlich liegende Pfeiler.Auch sie ist durch tiefe Querthäler durchschnitten.

Bei Rossdorf *, Amöneburg und Nieder-Klein liegt der Sand-stein tief im Tliale, auf dem rechten Lahnufer bei Ockershausen undCyriaksweimar erscheint er hoch über dem Rothliegenden als einesteilrandige dicke Platte.

Die tieferen Schichten des Buntsandsteins sind, wie schon früher erwähntwurde, von geringerem Zusammenhänge und thonig- schieferig, erst etwa30-40 Mtr. höher beginnen die luftbeständigen, gleichförmigen, als Bausteingeschätzten, Lager. In dieser Höhe über der unteren Grenze und höherfinden sich dann auch ausgedehnte Steinbrüche bei Ockershausen ,Sckröck, Ebsdorf , Wolfshausen, Treis u.s.w., aus denen ein vor-treffliches Baumaterial gewonnen wird, wie die zahlreichen mittelalterlichenPrachtbauten Marburgs beweisen. Wo der Sandstein mit lockeren Schich-ten wechselt hat die Erosion tiefe Einschnitte bewirkt; an solchen Puncten