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2. Braunkohlenthon mit Kohlen und Kalk.
Die zum Theil plastischen, mit Letten abwechselnden, Thone, denenBraunkohlenlager und Süsswasser-Kalk untergeordnet sind, treten aus dersüdlich angrenzenden Section Giessen herüber*
Ueber das Verhalten des Thons zum Sande geben die vorher schonmitgetheilten Bohrlochsprofile einiges Anhalten; derselbe verbreitet sichunter den Basalt- und Doleritlaven des Vogelsbergs und tritt in den Thal-sohlen des Wieseck - und des Lumdabachs und ihren Seitenzuflüssen überallim Süden der Section zu Tage. Bei Münster (Section Giessen) liegt er30 Mtr. mächtig auf Basalt und damit wechselnd, bei Annerod (SectionGiessen) ist er sammt den ihn begleitenden Braunkohlen zwischen zweiBasaltlavaströme eingelagert, wie das von Dr. E. Dieffenbach im Textzur Section Giessen S. 49 mitgetheilte Schachtprofil und die Bohrlochs-profile S. 53 und 54 nachweisen; auch auf der Ostseite des Vogelsbergslagert er bei Schlechtenwegen mit Braunkohlen verbunden und durchdie in ihm aufgefundenen Thier- und Pflanzenreste gekennzeichnet zwischenBasaltlaven (vergl. Tasche, Siebenter Bericht der Oberhess. Gesellsch.f. Nat.- u. Heilkunde. Giessen 1859. S. 31) nicht weniger am Nordrandedes vulcanischen Gebiets bei Zell (vergl. R. Ludwig, Text zur SectionAlsfeld). In der Section Aliendorf-Treis scheint er vorzugs-weise von Basalt, Dolerit und Basalttuff überlagert zu werden; er ist alsoein Gebilde, welches den ersten Vogelsberger Lavaergüssen vorausging undmit ihnen gleichzeitig entstand.
Der Thon und Letten ist meistens von graublauer, durch beigemengtevegetabilische Substanz bedingter, Farbe; er eignet sich häufig zur Ziegel-bereitung, seltener zur Töpferei, wozu er nicht hinreichende Plasticität be-sitzt, ist oft sandig, enthält nur seltener beigemengtes Schwefeleisen.
In der nördlichen Abtheilung der Section Giessen gesellen sich diesemThone schwache Lager von blätteriger Braunkohle und Süsswasserkalkzu ;*) dasselbe findet auch in dem angrenzenden südlichen Theile der SectionAliendorf statt.
Die Braunkohlen von Beuern , welche durch die oben mitgetheiltenBohrprofile bekannt wurden, entsprechen den Blätter- und Papierkohlen(Dysodil) von Oppenrod und Annerod (Sect. Giessen.) AehnlicheKohlen finden sich bei Climbach und Aliendorf an der Lumda.
Die Kohlen von Climbach, auf die in den Jahren 1850 und 1853versuchsweise gebaut wurde, sind höchst dünnblätterig, spaltbar und vonbräunlicher Farbe.
Zwischen den einzelnen Lamellen liegen einzelne Sandkörnchen, Ab-drücke von den Gehäusen kleiner Planorben und von Cyprisschälchen,
*) Vergl. E. Diefenbach, Text zur Section Giessen S, S. 49 bis 65 und S. 74u, ff.