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Section Allendorf - Treis / geologische Aufnahme von Professor Dr. E. Dieffenbach und Rudolph Ludwig
Entstehung
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11,198 Meten

Grauer und gelber Sand 3,738

Plastischer Thon 2,879

17,815 Meten

Leider sind die aus dem Bohrloche XVII bei Leidenhofen gewon-nenen Conchylien, welche in 20,124 Meter unter Tage liegen, verloren ge-gangen und kann, da der, diesen im Jahr 1838 unternommenen Bohrver-such leitende, schon seit Jahren verstorbene, Bergbeamte keine paläontolo-gischen Notizen darüber gegeben, auch nichts davon aufgehoben hat, keinenachträgliche Bestimmung erfolgen* Ein anderer ihm befreundet gewesenerBergbeamte theilte jedoch mit, dass mit jenen Conchylien auch Haifisch-zähne vorgekommen seien, woraus die marine Abstammung der Schichthervorgehen würde.

Die höher am Bergabhange angelegten Bohrlöcher XVIII, XIX undXX ergaben sämmtlich in geringeren Tiefen, also in offenbar höherenSchichten, Kalkstein mit Süsswasser-Conchylien. Solche Kalksteine findensich aber auch sonst in der Nähe vielfach und noch weiter oben am Lei-denhofer Kopfe ausgehend.

Mit dem Bohrloche XVII, welches noch 11,628 Meter unter die 4 Meterdicke conc-hylienreiche grünliche Thonschicht herabgeht, ward nirgendsKalk angetroffen derselbe möchte, da er in den höher gelegenen Bohr-löchern schon bei 15 resp. 11 Meter Tiefe gefunden ward, also schon überder Conchylienschicht liegen.

Das Terrain steigt an der Stelle, wo die Bohrlöcher niedergebrachtwurden, in einem Neigungswinkel von 9 Grad an. Bohrloch XVII liegt amtiefsten gegen das Thal, 100 Schritte oder 75 Meter höher hinauf ist dasNr. XVIII und abermals 75 Meter weiter gegen Berg Nr. XX angesetzt.Das Bohrloch Nr. XIX. steht mit XVIII in gleicher Höhe, aber 75 Meterwestlich. Bei 9° Neigung steigt das Terrain auf 75 Meter Entfernungum 11,732 Meter an.

Bei der Vergleichung der einzelnen Bohrlochsprofile findet sich, dasszwischen Nr. XX und XVIII oder XIX unter den über der kalkhaltigenThonschicht vorhandenen Lagen keine Uebereinstimmung besteht, dass inXVIII und XIX jedoch die unter der Kalkschicht liegende weisse Sand-schicht ungefähr von gleicher Dicke ist und in dem einen 16,522, in demanderen 16,380 Meter unter der Oberfläche liegt.

Die folgende Zusammenstellung macht dies deutlich; aus ihr geht her-vor, dass die Schichten über dem Thone mit Conchylien mit zwei- bisdreimaliger Kalkeinlagerung ausgezeichnet sind, welche unter jener Con-chylienschicht gänzlich fehlen.