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Setzung, der Section Allendorf, dieses Zeichen beibehalten, obgleich esdurch keine paläontologisehen Grunde gerechtfertigt werden kann.
Diese Schufctmassen liegen 30—36 Mtr. hoch über dem jetzigen Lahn-spiegel, bestehen aus Gerollen von Kieselschiefer, Eisenkiesel, Quarz, Thon-schiefer, Grauwacke, Buntsandstein, Diabas, Gabbro, Basalt von Haselnuss-bis Hühnerei-Grösse, tlieils lose, theils verkittet durch Eisenoxydhydrat undKieselerde, abwechselnd mit gelbem und braunem Sand und Letten.
Versteinerungen finden sich darin nicht; die Mächtigkeit der alle älterenFormationen bedeckenden Ablagerung erreicht höchstens 5 Mtr.
Solchen alten Thalschutt- und Flussgrandablagerungen begegnen wiran allen grösseren Flussthälern. Sie entstammen einer Zeit, in welcher dieFlüsse ihr Bett noch weniger tief als heute eingeschnitten hatten. Wahr-scheinlich haben allgemeine Bodenhebungen dadurch, dass sie die Ober-fläche mehr zertrümmerten, an der tieferen Aufreissung der Thäler mitge-wirkt und desshalb können solche alte Thalbildungen als ein Wahrzeichenfür jene in den Erdtiefen vorgehenden, Berg und Thal gestaltenden, dieAusdehnung der Continente bestimmenden und die erwärmend oder erkäl-tend wirkenden Meeresströmungen regulirenden, Actionen betrachtet werden.
Diese Ablagerungen entstanden ohne Zweifel früher als die von Bims-steinsand bei Cappel und Gisselberg , ^welche auf der neueren Thal-ebene des Lahnflusses aufgefunden worden sind. Solche Bimssteinsandesind weithin westlich über die Section Gladenbach hinaus bis nachNeuwied am Rheine zerstreut; sie bezeugen, dass noch nach Entstehungjenes alten Thalschutts in der Nähe vulcanische Ausbrüche stattfanden, undes ist möglich, dass damit verbundene Erderschütterungen der Tieferlegungdes Lahnthalbetts mittelbar, durch tiefere Aufreissung des Rheinbetts, be-hülflich waren.
2. Lehm, znm Theil mit Brauneisenstein.
Der in der Section Allendorf-Tr eis verbreitete Lehm ist meistensauf Rasenboden abgesetzter Gesteinstaub; er umgibt die aus Basalt undDolerit bestehenden Berge und lagert auf der im Ebsdorf er Grunde ver-breiteten Tertiärformation.
Seine Bildung begann wahrscheinlich schon zu einer Zeit, als unsereGegend noch vom Mammuthe bewohnt ward; dennoch sind noch keine Restedieses Thiers, wohl aber Zähne von Equus cabcdlus hier und da darin auf-gefunden worden, ferner Gehäuse von im Grase lebenden Schnecken, als:Succinea amphibia Pfeiffer, Succinea oblonga Drpd., Papa muscorumNi Iss., Helix pulchella Müller, Helix strigella Drpd. u. s. w.
In der Nähe des Buntsandsteins enthält der Lehm gewöhnlich vielenQuarzsand, während er am Fusse der Basaltberge fetter ist und fast nuraus Labradorstaub besteht.