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rend der Trockenzeit, etwa 35 0 R., nämlich von etwa 35 0 bis 40 0des Nachmittags bis nahe zum Frostpunkt 8° bis 2° ß. beiSonnen-Aufgang, so beschränkt sie sich dagegen in der Nähedes Pols, während der anhaltenden Schattenzeit, im Januar, auf0 o,5 R. *).
Die Tagesstunden, wo die extremen Temperatur-Grade ein-treten, sind, für das maximum, bald nach Culmination der Sonne,auf dem Festlande zwischen 1 und 3 Uhr, auf dem Meere aberspäter, zwischen 3 und 4 Uhr; für das minimum, auf beiden Ele-menten vor Sonnen-Aufgang, zur Zeit wo der Sonnenschein amlängsten gefehlt hat, am Ende der Nacht. (Unabhängig hiervonempfindet man unmittelbar vor Sonnen - Aufgang oder während des-selben eine momentane Erniedrigung der Temperatur, die noch nichtgenügend erklärt ist.) So verhält es sich regelmässig gleichzeitiglängs der einzelnen Meridiane, was das Eintreten des Wärme-maximum betrifft; dagegen das minimum rückt erklärlicher Weiselängs der Meridiane über die verschiedenen Breitegrade mit derZeit des Sonnen - Aufgangs vor und zurück. Es muss auch eineStunde geben, wo die mittlere Temperatur des ganzen Tages sichausspricht, wie für das ganze Jahr im Allgemeinen der Monat Oc-tober den Mittelstand der Temperatur angiebt; und wenn man denTag eintheilt in 12 Doppel - Stunden, entsprechend der Zahl derMonate, so tritt wirklich die Analogie deutlich ferner hervor. Esergiebt sich dann, dass die beiden Stunden 8 und 9 Uhr Abendsdem October entsprechen, und dass sie auch meteorometrisch alsdie Zeit der mittleren Tages-Temperatur sich erweisen.
*) So z. B. auf Melvillo - Insel (74 0 N.) und in Boothia (70 0 N.); auch zu Bosso-kop in Norwegen (70° N.) betrug die tägliche Amplitude im Januar nur 0°,6. Da-von sind wohl zu unterscheiden die unregelmässigen Undulationen; sie erkennt manaus J. ltoss trefflichen meteorologischen Beobachtungen zu Boothia , im polarischenAmerika , als lebhaft wechselnd mit den Winden, und nicht selten 8 0 lt. begreifendin nahe liegenden Tagen. Bemerkenswerth ist, dass hier im Winter die wärmerenWinde kommen aus S.O., N.O. und N., die kälteren aus S.W. und N.W., denn letzterekamon vom Continent, erstere also vom Meer; aber im Sommer kamen folgerichtig diewärmeren Winde von S.W., d. i. vom Continent. — Als fernere Beispiele der mittlerentäglichen Temperatur-Amplitude auf den drei Haupt-Zonen mögen hier schon stehen:auf der heissen Zone, in Singapore (1°N.) ist sie 0°,8, im Innern Afrika’s zu Gon-dokorö (4°N.) 5°,0 (im h'ebr. 8°, im Juli 3°); auf der gemässigten Zone, an derKüste zu Brüssel (50 u N.) im Jan. 1 °,7, im Juli 5°,4, im Innern Asiens , zu Nert-schinsk (51 0 N.), im Jan. 4°,9, im Juli 9° B.; auf der kalten Zone, auf der Mel-villo-Insel (74° NO, im Jan. 0°,5, im Juli 8°, im April 5° B.