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2. Die TJndulationen der klimatischen Temperatur.
Der Temperaturstand der Atmosphäre ist kaum einen Augen-blick ruhig oder fest beharrend; wie Wellen gehen darin unabläs-Sl g Hebungen und Senkungen vor, grössere oder geringere, aufWeiteren Gebieten oder beschränkt local. Dies sind die unregel-mässigen Variationen, die man sehr geeignet auch durch die Be-nennung als „TJndulationen“ unterscheidet von jenen allgemein tel-lurischen und regelmässigen täglichen Variationen, den Fluctuationen.Die TJndulationen werden vor Allem bewirkt durch dieWechsel der W inde (ausserdem aber auch durch einige weni-ger erhebliche, abkühlende Momente, z. B. Wolkendecke, Regenund Verdunstung, Ausstrahlung des Bodens u. a.). Mit den Win-den werden sie verbreitet, erhalten durch diese eine grössere odergeringere Amplitude, Dauer, Frequenz und Raschheit der Aende-r ung (Sprünge). Die TJndulationen sind erklärlicher Weise seltenerund schwächer auf der heissen Zone, wo der Passat mit seinergleichmässigen Temperatur Alleinherrscher ist, innerhalb dessen nurUoch die Küstenwinde regelmässige, aber geringere Unterschiede derLand- und der Meeres-Temperatur austauschen, obgleich auch dieWolken, Regen und die nächtliche Ausstrahlung Abkühlungen brin-gen. Freilich in den höheren Gebirgs - Regionen, von mannigfacherGestaltung des Bodens, treten bedeutendere und häufigere Unter-®chiede ein. Dagegen ausserhalb der Tropen, im Gebiete der bei-c Ln schrägen, neben einander liegenden und alternirenden allgemei-nen Luftströme, des kalten polarischen Nordost und des warmenäquatorialen Südwest, erfolgen eben vor Allem die grösse-re n Undulationen durch den Wechsel dieser beiden tellurischenLirculations- Ströme, auf breiteren oder schmaleren Strecken, ine uier von Südwest nach Nordost sich erstreckenden Richtung, undlängere oder kürzere Zeit. Man muss diese auf dem Wechseler beiden Haupt-Windbahnen beruhenden Undulationen weiter ein-'•beilen in „ allgemeine “ und in nur „locale“ *). Ausserdem können
ke ^ ^* aS ® ese ^* c ' le dem Wechsel dieser beiden allgemeinen Luftströme zu er-^nnen, ist e ^, en e j ne ,j el . nächsten Aufgaben der Meteorologie (s. darüber Cap. 11,^mde). Will man übrigens eine anscbanlicbe Vorstellung von den Undulationen aufWi ^ eln8S8 iKten Zone gewinnen, so denke man sich die Isothermen - Linien durchüa ü 6 ' Engeren oder kürzeren Strecken, bald nach oben (nach Nordost) hin, baldunten (nach Südwest) hin, gebogen und so unrhythmisch schwanken (unduliren).