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Kleines Lese- und Lehrbuch der schweizerischen Volkswirtschaft / für den Schul- und Selbstunterricht verfasst von A. Furrer
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Mit Stehler, Chef dev schweizerischen Samenkontrolstationam eidgenössischen Polytechnikum, den Umfang des Getreide-landes auf rund 300,000 ha angenommen (Statistiker Mühle-mann in Bern berechnet 238,000 ha) und den Körner-Ertragper ha zu 11 q, kann auf eine jährliche Produktion von3300,()00 q Getreidekörner im Verkaufswerte von rund 70Millionen Franken geschlossen werden. Zu jenen 3300,000 qkommt eine durchschnittliche Netto-Einfuhr von 3800,000 qGetreide und Mehl, so dass ein Verbrauch von mindestens7000,000 q Getreidekörner, 140 Millionen Franken repräsen-tirend, stattfinden mag.

Das fremde Getreide, dessen die Schweiz bedarf, kommthauptsächlich aus Ungarn ; dann auch aus Russland , Ru­ mänien u. s. w.

Das nicht von Getreide in Anspruch genommene Acker-land wird zur Anpflanzung von

Hackfrüchten (Kartoffeln, Rüben etc.), Futter-kräutern (Klee, Luzerne etc.), Industriepflanzen (Flachs,Hanf, Tabak etc.), Gemüse u. s. w. benützt.

Die wichtigste und verbreitetste der Hackfrüchte ist dieKartoffel. Sie ist in der Schweiz seit dem 16. Jahrhundertbekannt. Nach unwidersprochenen Berechnungen des Statis­ tikers Mühlemann in Bern («Zeitschrift für schweizerischeStatistik», 1886, 3. und 4. Quartalheft) sind dem Kartoffelbau5 °/o des gesamten Kulturbodens ohne Wald und Weinberge,d. i. 107,000 ha eingeräumt. Der Ertrag per ha variirterfahrungsgemäss zwischen 60 und 150 q, so dass eine Mittel-ernte etwa 11 Millionen Meterzentner im Verkaufswert von71 Millionen Franken ab wirft.

An der einheimischen Kartoffelproduktion lässt es sichdie schweizerische Bevölkerung für ihren Konsum meistensgenügen; da aber auch zur Viehfütterung und zur Branntwein-brennerei Kartoffeln verwendet werden, so findet jährlich nocheine Zufuhr von einigen hunderttausend q aus dem Auslandestatt. Dagegen ist die Schweiz , weil Boden und Klima dem