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verhindert das Wachstum kräftiger Stämme; im zweiten Fallzerstört man die natürlichste Schutzwehr gegen verheerendeNaturereignisse (Bergschlipfe, Lawinen etc.). Als die Eisen-bahnen entstanden und dadurch der Transport von Holz aufweite Entfernungen hin leicht und billig wurde, konnten dieschweizerischen Waldbesitzer der Versuchung nicht wider-stehen, um gutes Geld so viel Bauholz weithin zu ver-kaufen, d. h. die Wälder in dem Maasse zu lichten, dass sichallerlei schädliche Natureinflüsse fühlbar zu machen begannen.Glücklicherweise wurde das Uebel ei’kannt und die Behördensorgen nun dafür, dass die Kenntnis vom wahren Wertedes Waldes in das Volk dringt, dass eine verständige Pflegeund Benützung des Waldes stattfindet, dass viele kahleStellen im Gebirge aufgeforstet werden. Es bestehen hier-über eidgenössische und kantonale Gesetze. Bei alledem odergerade wegen dieser verständigen Pflege des Waldes kannimmer noch sehr viel Bauholz verkauft werden (selbst nachdem Ausland) und für die Schweiz selbst bleibt doch nochgenug. Der schweizerische Waldbestand weist 74 Laubholz-und 12 Nadelholzarten auf. Ueber ihr Verhältnis zu Bodenund Klima siehe die Beschreibung der Vegetationsgürtel.
Der Bergbau.
(S. Tabelle IV.)
Man versteht unter Bergbau das Aufsuchen und dieGewinnung von Metallen, Kohlen, Salz, Mineralquellen, dasBrechen und Sprengen von Steinfelsen behufs Gewinnung vonBaumaterialien u. s. f. Die Arbeit, die im Innern der Erdeverrichtet werden muss, ist „eigentlicher“ Bergbau, die Arbeitan der Oberfläche der Erde heisst „Tagbau “.
Manche Länder haben viele Bergwerke, aus denen sieim Ueberfluss Metalle, Kohlen u. s. w. zu Tage fördern.Die Schweiz hingegen ist nur reich an Steinen und Mineral-quellen; auch enthält ihr Boden genügend Salz.