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Kleines Lese- und Lehrbuch der schweizerischen Volkswirtschaft / für den Schul- und Selbstunterricht verfasst von A. Furrer
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Früchte und Pflanzen wachsen. Sie sind aber doch nicht ganzunproduktiv; denn erstens bewässern sie unsere Fluren undtragen dadurch zu deren Fruchtbarkeit bei; zweitens tragensie bei zu der grossen Schönheit unserer Landschaften, umderentwillen so viele Fremde in unser Land kommen, unddrittens bergen sie das schwimmende Heer der Fische. Nichtweniger als 40 Fischarten bevölkern unsere Gewässer, unddie Zahl der Fische, die jährlich dem nassen Element ent-zogen werden, ist jedenfalls sehr gross. Sie ist weder an-nähernd noch genau bekannt; dagegen weiss man, dass dieAusbeute unserer Gewässer für die Tafel der einheimischenBevölkerung und der fremden Touristen nicht genügt, sonderndass noch grosse Mengen Fische aus dem Ausland eingeführtwerden müssen (im Jahre 1886 für 1800,000 Fr.). Ein grosserTeil des Geldes, das für Fische ins Ausland wandert, ist fürunser Land verloren. Es ist daher nicht gleichgültig, ob zumFischstand unserer Gewässer Sorge getragen werde oder nicht.Unbewachte Gewässer sind wie offene Häuser sie lassenden Dieben freies Spiel. Unmässiger Fischfang (namentlichderjenige zur Laichzeit), sowie die Anwendung betäubenderund massentödtender Mittel sind Handlungen, deren Verderb-lichkeit schon der Jugend vor Augen gehalten werden darf.

Es muss also auch in der Benützung des Fischreichtumsweise Ordnung herrschen und darum haben die BehördenGesetze erlassen, welche das Recht des Fischfanges an strengeBedingungen knüpfen. Sie sorgen ferner dafür, dass durchkünstliche Ausbriitung von Fischen die Gewisser bereichertwerden. Zn diesem Zwecke bestehen zur Zeit zirka 70 Fisch-zuchtanstalten.

Die Jagd.

Diese nimmt unter den Urproduktionsarten der Schweiz die kleinste Stelle ein. Sie ist bei uns nicht mehr eine sonotwendige Erwerbsart, wie in Ländern, die sich auf deruntersten Stufe ihrer wirtschaftlichen Entwicklung befinden.