Preise und Löhne.
Ist jemand in seinem Berufe tüchtig, sind seine Erzeug-nisse besser als die Leistungen und Erzeugnisse eines anderenin dem nämlichen Fache, so wird er in der Regel auchbesser bezahlt, denn seine Arbeit und seine Erzeugnisse lassensich nutzbringender verwerten oder werden überhaupt alspreiswürdiger anerkannt. Die Höhe des Preises oder desArbeitslohnes richtet sich hier nach der Qualität der Sacheund der Leistung.
Ist eine Leistung, eine Arbeit, eine Sache für denjenigen,dem sie angeboten wird, nicht von Nöten oder zwecklos, sowird dieselbe gar nicht oder nur gering bezahlt, selbst wennsie ganz vortrefflich wäre. Ist aber umgekehrt eine Sacheoder Leistung (selbst eine geringe) für denjenigen, der siehaben möchte, sehr notwendig oder von grossem Nutzen, sozahlt er gerne einen guten Preis. In diesen Fällen hat sichder Preis nach der Nützlichkeit gerichtet.
Je nachdem ferner eine Sache in grosser oder geringerMenge vorhanden ist oder angeboten wird, ist ihr Preisniedriger oder höher.
Beispiel: Im Jahre 1292 gab es im Kanton Zürich so geringeMengen von Getreide, dass der Doppelzentner des letztem 153 Fr.kostete; im Jahre 1555 dagegen gab es so grosse Mengen, dassfür den Doppelzentner nur Fr. 9. 40 verlangt wurden.
Wird eine Ware wenig hegehrt, so reduziren die Ver-käufer die Preise, um die Käufer anzulocken; herrscht abergrosse Nachfrage nach einer Ware, so benützen die Produ-zenten und die Verkäufer die Gelegenheit zu einer Preis-erhöhung.