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I Die sintfluthsagön
und niederungen in einen see verwandelte und die menschenauf den berghöhen zusammendrängte; getreide konnte mannicht bauen, die kahlen berge gaben für die menge unge-nügende nahrung; da entschloss man sich zur theihmg.Deimas blieb in Arkadien zurück, Dardanos und Idaiosvertrauten sich mit einer grossen zahl von menschen demmeere an und gelangten nach Samothrake ; dort Hessen siesich nieder, aber der grössere theil verliess die arme inseibald wieder unter der führung des Dardanos und siedeltesich im Phrygerlande an, Idaios mit einer abtheilung desheeres im Idagebirge. Die beiden verschiedenen fassungenbeweisen, dass 'die grosse fluth ebenso einen alten bestand-theil der wandersage des Dardanos gebildet hat, als die her-kunft von Samothrake ; in der einen führt ihn die fluthvon Samothrake her, in der anderen ist sie zurückverlegtund motiviert den abzug aus Arkadien .
Später ist man dazu fortgeschritten, eine reihe ge-schichtlich sich folgender fluthen zu unterscheiden. Nonnos(Dion. 3, 204—219) zählt deren drei auf, die des Ogygos,des Deukalion und des Dardanos, aber in seiner Schilderungder nach dem tod des Dionysos-Zagreus verhängten fluthverwendet er den kästen des Deukalion und der Pyrra un-bekümmert um jene chronologische Systematik als Staffage(oben s. 38). Istros der Kallimacheer hatte sogar eineliste von vier grossen fluthen aufgestellt 1 ; welche, wirduns verschwiegen; aber wenn als folge einer derselben dielostrennung Asiens und Europas durch den Hellespont ge-nannt wird, so dürfen wir wohl in dieser besonderen Über-lieferung die spur einer uns nicht näher bekannten fluth-sage sehen, welche zu den dreien des Nonnos hinzutritt.
7 Nachdem wir die semitischen und die hellenischendarstellungen kennen gelernt, mögen zum Schluss nocheinige hellenistische ortserinnerungen an die fluthsage er-wähnt werden, in denen semitische und arische überliefe-
1 Istros fr. 56 (FHQ 1, 426) bei Eustath. zu Dionys, per. 513.