104 III Da» giltterknäblein in der truhe
der das weite thör 1 2 äüfthut, durch das die todten für immereinziehen.
Die Verbindung des Dionysos mit Eurypylos ist dem-nach nicht auffallend, befremdend und eigenthümlich nurdie form. Dass Eurypylos die truhe mit dem Dionysosbildenach Patrai bringt, kann auf verschiedene weise gedachtsein. Entweder ist er der wintergott, dessen herrschaft zuende ist, wenn der gott , den er ohne es wissen zu sollenträgt, aus der truhe entfesselt ist; oder aber er bringt dengott des frühlings und lebens aus der unterweit herauf.Zu der letzteren erklärung stimmt der Argivische brauch*,bei der erweckung des Dionysos dem 'Thorwart 5 der unter-weit (TTuXdoxoi;) ein lamm in die tiefe des Alkyonischensees zu versenken, durch dessen gewässer Dionysos aus derunterweit aufzusteigen pflegt. Es scheint geboten, den Ar-givischen Pylaochos mit dem Achaischen Eurypylos gleich zustellen.
Dass aber Eurypylos in der truhe nicht das götter-knäblein, sondern ein bild des gottes bringt, das ist eineleicht vei'ständliche Umbildung der ursprünglichen mythischenVorstellung. Das heilige bild, dem die Verehrung darge-bracht wird, ist nach altem glauben nicht eine darstellunggottes, sondern der gott selbst; in ihm ist der' gott allezeitder gemeinde gegenwärtig; wer es gebracht, hatte den gottselbst gebracht. In dem häufig auftretenden, bis ins Christen-thum fortdauernden glauben an wunderthätige bilder, dievom himmel herabgekommen seien (bimeTrj), hat die Über-zeugung, dass der gott selbst bei seinen gläubigen einkehre,eine an das greifbare sich haltende gestalt gewonnen 3 * . So
1 s. Stoff des grieeh. epos s. 29 f.
2 Plutarch de Iside et Osif. 35 p. 364 f ’Apfeioi«; be ßou'fevr)«;AtovucJo«; £inKXr}v föxiv, dvaKaXoüvxai 6’ aüxöv (mö traXirifftuv ££öbaxo; ^pßaXXovxe«; ei«; xt|v äßuöoov äpva xiü TTuXaöxw kxX. vgl.Pausan. n 37, 5.
3 s. darüber jetzt EvDobschütz, Christusbilder I. Leipz. 1899
(Texte und Untersuchungen hg. v. OvGebhardt und AHarnack n.f. III).