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Die Sintfluthsagen / untersucht von Hermann Usener
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119
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des Dionysos 119

folgt, dass diese bilder dem festbrauche Athens entlehnt, sind.Das ist nur ein schlttss, aber er würde sicher sein auch ohnedie unmittelbare bestätigung, die ein wort des komikers Her-mippos 1 bringt. In denKorbträgern (<t>oppocp6poi) hatte die-ser eine epische parodie, die an Archestratos gemahnt, ein-gelegt mit dem eingang [schlosses,

'Doch jetzt zählet mir auf, ihr Musen des himmlischenalle die guter, die uns, seitdem er im schwärzlichen schiffeüber das meer hinfährt, nach Athen Dionysos gebracht hat.Die alte komödie liebt es, die bilder, welche bräuche imdsagen des cultus einprägten, zu verwerthen. So knüpft derdichter an das bild des im schiffe einfahrenden gottes an.Wie der gott übers meer her kommend den frühling und alleseine Segnungen mitbringt man denke an den Pindarischendithyrambos (fr. 75), so wird sein einzug hier launig mitder zufuhr aller wirklichen oder eingebildeten überseeischengüter gleichgestellt, und konnte das um so eher, als mit denAnthesterien ein Jahrmarkt verbunden war 2 . Uebrigens istuns der brauch, das bild des gottes in feierlichem aufzug um-zuführen, wie es zu Athen geschah, auch für Methymna aufLesbos inschriftlich bezeugt 3 , er reichte also über die gren-zen des ionischen stamms hinaus.

Die griechische Dionysosfeier führt uns unwillkürlichauf den fasching der Romanen und Deutschen . Bis in die mittedes vorigen Jahrhunderts 4 war es zu Rom sitte, dass zu fast-

1 Athen . I p. 27 d (Meineke Com. gr. 2, 407). Kaibel hat beiMaass (Hermes xxm 78, 4 Parerga Att. p. ix) darauf aufmerksamgemacht.

2 vgl. AMommsen Heortologie s. 351 f. Vergleichbar ist dervlämische brauch zu mittfasten den kindern, wenn sie artig gewesensind, Südfrüchte (feigen, rosinen usw.) und andere leckereien zu schen-ken: es ist dergraf von Halfvasten, der diese gaben mitbringt undaustheilt, s. vReinsberg-Düringsfeld, Calendrier Beige 1, 173 ff. Vecken-stedts Ztschr. f. Volkskunde 3 (1891), 24 f.

3 s. SReinach BCH 7, 40 zu den Worten der inschrift z. 10 ivtoi? Atovuoioioi npo ra? tüi äyäApaTO? nepupopä?.

4 In einer Satire, die unter dem Titel 'L. Sectani Q. fil. de tota

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