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Die Sintfluthsagen / untersucht von Hermann Usener
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V Fisch

uns auf das wesentliche, die spuren alter göttersage zu be-schränken. Nur in knapper Übersicht will ich zunächst einenbegriff von der Verbreitung und geschichte des bildes zugeben suchen, wobei dann denjenigen fällen, auf die späternicht eingegangen wird, die belege beigefügt werden mögen.

I Spuren von cultus und alter sage sind nachweisbar für

Anchialos an der thrakischen küste des Pontos: münze desMaximin Rs. Aphrodite nackt stehend, links neben ihr Eros aufdem delphin, Mionnet supplem. It p. 225 n. 120 abgebildet aufunserer M(ünz)t(afel) n. 1 nach dem Wiener exemplar.

De ul tum am fuss des Haimos: Eros als delphinreiter aufeiner bronze des Maximin, s. Riggauer Ztschr. f. numism. 8, 87(Eros s. 19).

Hadrianopolis in Thrakien : auf einer bronze des Cara-calla Rs. Eros auf delphin reitend, mit zügeln und reitgerte;s. Cat. Br. Mus., Thrace p. 119 n. 22.

Perinthos hat auf der kehrseite der münzen zuweilendelphinlenkenden Eros: münze des Elagabal s. Mionnet descr. Ip. 410 n. 314 abgeb. Mt. n. 3, des Gordian abgeb. Mt. n. 4 vgl.Riggauer ao.

Nikomedeia zeigt auf münzen des Antoninus Pius (Mion-net supplem. v p. 179 n. 1042) und des Commodus (ebend. p. 188,1104) Eros geflügelt, als knaben auf dem delphin reitend, vgl.Riggauer ao. Die Commodus -münze ist abgeb. bei Dumersan ,Descr. des mdd. ant. du cabinet Allier de Hauteroche pl. Xi n. 9Cat. Br. Mus., Pontus usw. taf. xxxiv 7 vgl. p. 183, 27, hier Mt.n. 2. Alte göttersage ergibt sich aus der legende des h. Lukianos,s. 168 ff.

Kyzikos hat auf seinen elektron-stateren auch den delphin-reiter, ganz in der haltung, also auch wohl in naehbildung deralten Tarentiner münzen geprägt, nur dass er in der rechteneinen thunfisch am schwänze hält: abgeb. Numism. chronicle 1887ser. Ill vol. vn taf. I 9 vgl. WGreenwell ebend. p. 49 f. Mt. n. 5.

Römer (progr. des stadtgymn. zu Halle) 1881 Pottier und SReinachim Bull, de corr. hellen. (1883) 7, 444 ff. (Necropole de Myrina p. 496 f.,taf. L) OKeller, Thiere des classischen alterthums s. 211 ff. Aug. Marx,Griechische märchen von dankbaren thieren (Stuttg. 1889) s. 529;unmittelbar vor dem abdruck dieser blätter kam noch die Schrift vonKKlement, Arion: mythologische Untersuchungen, Wien 1898 (aus demJahresbericht des k. k. Staatsgymnasiums im XIX bezirke Wiens) hinzu.