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Erster Hauptteil.
geschichte also erst mit der pliocänen Hebung der Molasse oder mit Gletscher-wasser beginnt:
a) Reine einfache Erosionstäler ganz im Molasseland: Tößtal zum Teil, obereNapftäler, zahllose kleine Täler und Talsysteme;
b) jetzt tote glaziale Abflußrinnen, Trockentäler: Überlauftäler vom Glattgebietins Tößtal, Neuburg-Pfungen, Rickenbach-Dussnang, Bichelsee-Turbental, Burgdorf -Langental;
c) lebendige, glazial bedingte junge Erosionstalstücke: unteres Tößtal Pfungen bis Rhein, Kempttal, Sihltal von Schindellegi abwärts, Reppischtal, Aatal vom Pfäffiker-nach dem Greifensee, Sense Neuenegg-Laupen, Rhein von der Thurmündung bis zurTößmündung und übrige epigenetische Stücke.
Man könnte ferner als Einteilungsprinzip die Ursache der Ablenkungen (Dis-lokation, Gletscherstauung, Moränestauung, seitlicher Angriff durch anderes Erosions-tal usw.) und die Zeitfolge dieser Erscheinungen benützen. Oder man könnte dieeinfachen Täler von den zusammengesetzten und wieder von denen unterscheiden,in denen ein junges Tal sich wieder in ein altes eingegraben hat. Ein weitererGesichtspunkt ist die erste ortsbestimmende Ursache der Talanlage und der Anteil,den Gletscher an ihrer Formung, direkt oder indirekt, genommen haben. Gleichkompliziert wie die Talgeschichte ist natürlich die Geschichte eines in dem Taleliegenden Sees.
Viele Dinge sind aber überhaupt durch keine Forschung mehr festzustellen;sie hatten sich hoch oben, wo jetzt Luft ist, vollzogen; die damals dort gebildeten•Gestalten sind verschwunden und haben sich auf die jetzigen Formen in einer soindirekten Art vererbt, daß der alte Erblasser oft nicht mehr zu erkennen ist.
Meine Versuche, unsere Molassetäler oder die Flußläufe in der Molasse unterBerücksichtigung ihrer ganzen Geschichte zu klassifizieren, sind an der Mannig-faltigkeit der Verhältnisse, die keine schematische Fachordnung erträgt, gescheitert;ich mußte mich mit der Darstellung in Tafel XV begnügen.
Wir sind von einem vollständigen Verständnis der Oberflächengestaltung desschweizerischen Molasselandes noch weit entfernt. Wir werden ein solches auchniemals erreichen, weil eine Menge zum Verständnis notwendiger Dokumente derNatur vollständig und für immer verschwunden sind. Ein wesentlicher Fortschrittist aber noch zu erwarten von einer viel vollständigeren genaueren Kartierungund Profilierung der sämtlichen Diluvialbildungen und besonders auch der so kom-plizierten Terrassenerscheinungen. Nicht nur die Geologie im gewöhnlichen Sinne,auch die Morphologie im engeren Sinne müssen durchgehend kartographisch auf-genommen -werden, und alle durch Grabungen und Bohrungen vorübergehend ge-wonnenen Aufschlüsse sind exakt zu registrieren.
VIII. Fortgang der Umgestaltung der Oberfläche.
Die Oberfläche, welche beim letzten Rückzug der alpinen Gletscher aus demMolasselande unter dem Eise zum Vorschein kam, war natürlich nicht an die unter freiemHimmel wirkenden Agentien angepaßt. Gerade mit dem Rückgang des Eises setztenkräftige Umgestaltungen ein. An der ganzen Oberfläche arbeitet die Verwitterung