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Erster Hauptteil.
hinter der Mitte der Ausbruchsnische durch. So mußten wir die dort vermutete Quelle ca. 50 mhöher als ihr bisheriger Austrittspunkt anschneiden. Bald quoll das herrliche Wasser inMasse aus den unterstenTeilen des Deckenschotters über der Grundmoräne in unseren Stollen X erst 1500 Ml., später, nachabgelaufener Stauung, fortwährend noch 900 Ml. — und die Quellen am unteren Ende des Unter-Kellenholz-trümmerstromes stunden bald ab. Damit ist zugleich die Bewegung des Trümmerstromes und das Rück-wärtsbrechen der Nischenwand stillgestellt. Das Wasser der Kellenholzquellespeist laufende Brunnen inder Stadt Zürich . Aus diesen Gebieten des rückläufigen Deckenschotters (Sihl- und Lorzetal) beziehtZürich im ganzen etwa 16000 Ml. Quellwasser, das unter 100—250m filtrierendem Diluvium heraustritt.
Die durch Abrutschungen zeitweise entstandenen Bodennarben verwachsenwieder. Man vergißt, was früher geschehen, und ist nach 30 Jahren über diegleichen Erscheinungen höchst verwundert und entsetzt; man hatte solches nichtfür möglich gehalten! Die genauen Katasterpläne, die nun in weiter Ausdehnungaufgenommen sind und noch aufgenommen werden, geben eine vortreffliche Grund-lage, um solche fortgehende Veränderungen in Zukunft genauer bemessen zu können.Die Schweiz , geolog. Kommission sammelt schon lange alle Notizen über Terrain-bewegungen in der Schweiz . Das große Material ist aber noch nicht verarbeitet.
Wenn wir an vielen Gehängen des Molasselandes Moränenwälle, Terrassenaller Art, nicht mehr regelmäßig verfolgen können, wenn eine Verwirrung der Er-scheinungen entsteht, so sind vielfach die stete Abwitterung, die Solifluktion, dieRutschungen daran schuld.
Bergstürze in der subalpinen Molasse.
Durch die vielfach stark geneigte Lage der Schichten und durch Mergelbänke,welche zwischen Sandstein und Nagelfluhbänken eingelagert sind, entstehen in dersubalpinen Molasse besonders häufig die Bedingungen für größere F elsrutschungen— Schicht auf Schichtfläche abgleitend —, während der Felssturz, d. h. Abbruchund Absturz unabhängig quer durch die Schichtrichtung, auch in der subalpinen Molasse,in bescheidenen Dimensionen bleibt.
Bei Felsrutschung in der Schichtfallrichtung bildet der Anrißrand oft einebogenförmige Nische in Nagelfluh, erinnernd an einen Kahrhintergrund. (In großerZahl am S-Abhang der Rigischeidegg, vergl. „Beiträge“ Spezialkarte 29 a).
Bei den Abbrüchen an Quergehängen geschehen die Trennungen parallel denStufenkanten und sind meistens vorgezeichnet durch vertikale Transversalverschiebungenmit flachen Rutschstreifen, wie sie die aufgerichtete Nagelfluh fast überall massen-haft durchsetzen. Unterhalb der zirkusförmigen Nischen oder der Flankenabbrüchefolgt dann erst spärliche Blockstreuung, die sich aber abwärts zum konvexen wulstigenTrümmerstrom häuft. Gräbt man in der Mitte einer Abrißnische, so findet man dort unterwenig Schutt meistens eine Spaltquelle aus der Nagelfluh über einer Mergelbank (Rutschungbeim Bau der S-O-Bahn beiTrachsli 1897, unter der Gwandlenfluh 191OU. a.) Die Be-wegungen sind in vielen Fällen nur langsam und zeitweilig; in nassen Jahren lebhafter.Oben zerreißen Wiesen- und Waldgründe, unten werden sie überstoßen. Es kannaber die erst langsam gleitende Bewegung auch in ein rasches Hinstürzen übergehen.
Zwischen Vorder- und Hinterlützelau (zwischen Weggis und Vitznau ) erreicht ein alter Flanken-abbruch in Form eines etwa 120 m breiten hochgewölbten Blockstromes eben das Seeufer. Deruntere Teil des Trümmerstomes ging über ganz flachen Boden, was nur bei großer Geschwindigkeitmöglich war. Ein anderer, bei der Hinterlützelau, ist nach Chronik Cysat im XV. Jahrhundert zuTal gefahren.