Gemengtheile.
5
verbreiteten Zwillingsbildung nach dem Albitgesetz eine solche nach dem Periklin-gesetz relativ recht selten erscheint. — Lamellare perthitische Verwachsungenvon Plagioklas mit Orthoklas kommen häufig vor; so sieht man auch schon mitblossem Auge in G.en von Beyrode, aus der Auvergne nicht selten Orthoklase,welche durch Streifung und Farbe erkennbare Plagioklaspartieen eingeschlossenenthalten. Auch gegenseitige Umhüllungen der beiden Feldspatharten sind nichtselten, und dann ist es wenigstens in den mikroskopischen Präparaten normalerG.e die Kegel, dass der Plagioklas den Kern, der Orthoklas die äussere umgebendeZone bildet, wobei beide Mineralien Verticalaxe und Längsfläche M parallel habenund die besten Spaltungsflächen P beider nun beinahe in eine Ebene fallen.Allerdings wird bisweilen und zwar schon makroskopisch das Umgekehrte beobachtet, schön z. B. im G. von Schreiberhau im Riesengebirge , wo der innere Or-thoklas fleischroth, der äussere Plagioklas schneeweiss, und im G. von Wiborg,wo der Orthoklas fleischroth, der Plagioklas grünlichweiss ist. — Für den Plagio-klas sind gleichfalls schriftgranitähnliche Verwachsungen mit Quarz bekannt. —Zerbrecliungen der Plagioklase, Biegungen ihrer Lamellen, welche mitunterrecht auffallend sind, müssen wohl auf Druckvorgänge zurückgeführt werden.
Was die Natur dieses selbständigen Plagioklases anbetrifft, so hat derselbesich durch die chemischen Analysen und andere Bestimmungsweisen in denmeisten Fällen als der Kalknatronfeldspath Oligoklas oder ein etwas demAndesin genähertes Glied herausgestellt. Doch wird auch für gewisse G.edie Gegenwart des Albits hervorgehobeij. Auf die älteren Angaben von Durocher,v. Rosthorn und Canaval (N. Jahrb. f. Min. 1855. 584), Axel Gadolin (Verh.min. Ges. Petersburg 1857—58. 85) mag hier wenig Gewicht gelegt werden,weil sie sich nicht auf chemische und optische Bestimmungen stützen. Haughtonführt aber den klinoklastischen Feldspath des von ihm eingehend untersuchtenG. des Mourne-Districts in Irland auch als Albit auf, und ein wirkliches Vor-handensein von wenigstens albitähnlichem Plagioklas wurde von ihm durchAnalyse und Winkelmessungen erwiesen; nach seinen späteren Angaben enthältgleichfalls der G. von Trewavas Head in Cornwall neben Orthoklas auch Albit,in welchem er 65,76 Si0 2 , 21,72 Al 2 0 3 , 0,89 CaO, Spur MgO, 9,23 Na 2 0,1,76 K 2 0, 0,40 H 2 0 fand (Philos. Mag. Bd. 37. S. 106). Ferner führt nachW. H. Stacpoole Westropp der G. von Leinster Albit (Geol. Magaz. 1869. 561),was später Sollas bestätigte. A. Erdmann ermittelte das spec. Gew. des von ihmfür Albit gehaltenen Feldspaths aus jüngerem G. von Broddbo und Finbo zu2,622 bis 2,625. Auch von manchen Plagioklasen aus erzgebirgischem G. liegenBestimmungen vor, welche dieselben als jedenfalls dem Albit am allernächstenstehend erkennen lassen. Den natronhaltigen kalkfreien Plagioklas aus dem G.von Valorcine betrachtete. Schmidt auf Grund der Auslöschungsverhältnisse undanderer Eigenschaften als Albit (N. Jahrb. f. Min. Beilageb. IV. 449). Kleineweisse gestreifte Feldspathe aus dem Biotitgr. von Apielto auf Corsica führen66,82 Si0 2 , 11,19 Na 2 0, 0,96 K 2 0 und haben ein spec. Gew. von 2,623(Rupprecht). Vgl. übrigens die späteren Angaben über die sog. Sodagranite. Dass