Band 
Zweiter Band.
Seite
7
JPEG-Download
 

Gemengtheile.

7

dorf bei Striegau ; sonst ist dies sehr häufig auch u. d.M. beobachtet worden. Inanderen Gemengtheilen als im Feldspath scheinen solche kleinen Quarzdihexaedernicht eingeschlossen vorzukommen. Diese Umhüllung zeigt aber, dass es auchFälle geben kann, in denen die Quarzbildung eintrat, bevor diejenige des Feld-spaths abgeschlossen war. Ausser den innerlichen Umschliessungen kleinerabgerundeter Quarzdihexaöder seitens der Feldspathe kommt es aber namentlichauch vor, dass erstere gerade am Rande des Feldspaths nur theilweise in dem-selben eingebettet liegen; alsdann sieht es in den Präparaten so aus, als seiendie Feldspathränder mit zahlreichen kleinen Einbuchtungen versehen und diesemit tropfenähnlichem oder etwas stengeligem Quarz erfüllt. Aus solchem Anscheinhaben französische Petrographen, insbesondere Michel Lövy, wohl mit Unrechtdie Vorstellung abgeleitet, dass hier der Quarz durch eine Art von Corrosion ausdem Feldspath gebildet sei (»quartz de corrosion«). *

Dunkelblauen Quarz erwähnt Hitchcock von Leverett in Connecticut , blau-gefärbten führt nach Saussure der G. des Pic blanc am Mte Rosa und nachv. Cotta der G. der Gegend von Rumburg in Sachsen . Jokdly beobachtete indem G. von Hohenwald und Wetzwalde im Isergebirge ebensolchen cordieritähn-lichen bläulichgrauen Quarz (Jahrb. geol. R.-Anst. 1859. 376); auch im G. vonUpsala ist er verbreitet; das Mikroskop lässt die Ursache der Färbung nicht er-kennen, welche in den Präparaten nicht mehr hervortritt. Nach Fournet ist derQuarz des G. von Spessburg bei Andlau und vom Windstein in den Vogesen rubinroth von Eisenglanz, welcher als kleine Körnchen im Gestein vertheilt ist(Bull. soc. gdol. (2) IV. 1847. 221). Solche Rothfärbung durch namentlich aufSprüngen abgesetzte mikroskopische Eisenglanzblättchen, blutrothe Körnchen,Scheibchen oder zierliche Ringe von Eisenoxyd ist nicht selten zu gewahren.

Die grösseren Quarzkörner des Granits sind nicht selten rundlich zertrüm-mert, und zeigen auch in der sog. undulösen Auslöschung (welche in der stetigenÄnderung der Hauptaxenrichtung innerhalb eines und desselben Korns begründetist) die Zeugnisse mechanischer Einwirkung an sich, welche dann wohl gleichfallsandere Gemengtheile desselben Vorkommnisses erblicken lassen. In vielenalpinen G.en besitzt der Quarz eine eigenthümlicli zuckerkörnige, bisweilen fastsandsteinähnliche Beschaffenheit, indem er ein Aggregat einzelner Körnchendarstellt. Viele äusserlich wie ein einheitliches Individuum aussehende grani-tisclie Quarze ergeben sich u.d.M. bei optischer Untersuchung als ein mosaik-ähnliches Haufwerk einzelner regellos mit einander verwachsener Körner (»quartzgranulitique« von Michel Lövy). So kommt es denn, dass z.B. Völain in G.enaus franz. Guyana dreierlei Quarz unterscheidet: 1) älteren quartz granitique ingrossen Körnern; 2) jüngeren quartz granulitique in kleinen mosaikartig ver-schränkten Kryställchen, Züge bildend, welche eine cämentirende Rolle spielen;3) ebenfalls jüngeren quartz de corrosion, welcher sich hier namentlich in denOligoklas eingedrängt habe, auf dessen Rändern er in sehr zerschnittenen palmen-ähnlichen Formen oingreift (Bull. soc. gdol. (3) IX. 403); letzteres ist nach allerAnalogie wohl eine randliche Schriftgranitbildung.