Veränderungen durch Gebirgsdruck.
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stellt sich häufig eine secundäre Sericitbildung, vorwiegend auf Kosten des Feld-spaths ein. Bei intensivster Zerreibung entstehen licht schmutzig graue odergrünliche schieferartige Gesteinsbreccien oder hornfelsähnlich dichte, heller unddunkler gebänderte oder äusserlich pkyllitäknliche Schiefergesteine, aus feinstenZerdrückungsproducten zusammengesetzt, die durch ein neugebildetes Quarz-cäment nebst Sericitschiippchen verfestigt werden. — In wie weit auch secundäreAnsiedelungen von anderen Mineralien, wie Mikroklin, Mikropegmatit mit denDruckvorgängen in Verbindung stehen, ist an anderen Stellen erörtert worden;in argentinischen G.en findet zufolge J. Bömberg das Auftreten von Kutilnadelnstets im Quarz statt, welcher Druckerscheinungen zeigt.
Auf das Kataklas-Gefüge in solchen Graniten hat zuerst Törnebohm beischwedischen Vorkommnissen hingewiesen; nach ihm zeigen die dortigen Ur-granite (z. B. der Gegend von Upsala) die sog. Murbruksstructur (Mörtelstructur,vgl. I. 611), während sich dagegen in dem jüngeren G., z. B. nördl. von Stock-holm , die makroskopischen Gemengtheile gewöhnlich unmittelbar gegenseitig be-rühren (Stockh. Geol. Fören. Förh. 1880—1881. V. 233). Doch will Högbomdiese Mörtelstructur hier nicht als eine Kataklas-Erseheinung erklären, sondernauf Strömungen und Pressungen innerhalb des noch beweglichen Magmas zurück-führen (ebendas. X. 1888. 219).
Die mehr oder weniger schieferigen oder flaserigenProducte, welche aus dennachweisbar durch mechanischen Gebirgsdruck beeinflussten Graniten hervor-gehen, sind nach den bisherigen Erfahrungen nicht derart, dass sie bei genauererUntersuchung mit den typischen eigentlichen archäischen Gneissen verwechseltwerden könnten. Ein thatsächlich den letzteren auch structurell entsprechendeskrystallinisches Schiefergestein ist bis jetzt da, wo es sich unzweifelhaft um diegenannten Wirkungen handelt, noch nicht beobachtet worden, wenngleich aufden blos makroskopischen Befund hin frühere Beobachter hier von gneissigen,gneissartigen Granitvarietäten, auch wohl von Gneiss schlechthin gesprochenhaben. Herrn. Credner hat es (Z. geol. Ges. XLII. 1890. 602) mit grossemRecht hervorgehoben, dass die Granite, welche von mechanischen Deformationenbetroffen wurden, sich auch durch innere Zerberstungserscheinungen und eineunverkennbare Mikrobreccienstructur auszeiehnen, die nun ihrerseits im gege-benen Falle ein sicheres Kriterium dafür liefert, dass ein durch Stauungsmeta-morphismus flaserig-schieferig gewordenes Massengestein vorliegt. Wenn auchmancher normale Gneiss als gepresster Granit angesprochen wurde, so scheintdafür der stricte und überzeugende Nachweis zur Zeit noch nicht erbracht;vgl. auch Leppla in Z. geol. Ges. XLIV. 1892. 410.
Im Folgenden sind einige Specialschilderungen charakteristischer Locali-täten wiedergegeben:
S.ö. von Dresden liegt in der Gegend von Gottleuba und Maxen eine Kette vonsechs kleinen gangartig verschmälerten Granitstöcken mit ihren Längsaxen in einerLinie. Der grösste Stock bei Gottleuba , 3 km lang und 1 km breit, zeigt trotzseines äusserlich noch granitischen Gefüges eine bisweilen geradezu ins Breecien-
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