Mechanik.
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Mathematiker aus der alexandrinischen Schule des IV. Jahr-hunderts unserer Zeitrechnung. Es kommt darin u. A.der berühmte Satz vom Schwerpunkt vor, den später imXVII. Jahrhundert der Jesuit Paul Guldiuus in seinemWerke De centro gravitatia, Viennae 1635 bis 41 als eineneue Entdeckung beschrieb, und der noch jetzt gewöhnlichin den Lehrbüchern der Mechanik unter dem Namen derbuldin’schen Regel aufgeführt wird (s. § 152). Bei Pappuswerden auch zuerst die sogenannten 5 mechanischen Po-tenzen unterschieden: Hebel, Keil, Schraube, Rolle, Radan der Welle.
In späteren Zeiten finden sich auch Spuren von de-taillirteren Kenntnissen in der Hydraulik. So besitzen wirein Werk De aquaeductibus von dem Römer Julius Froil-liuus, 110 n. Chr., in welchem die Bemerkung vorkommt,dafs die Menge des aus einem Gefäise ausflielsenden Was-sers nicht blofs von der Grölse der Oeflnung abhänge,sondern auch von der Höhe des Wasserspiegels im Gefäise.
4. Im Allgemeinen beschäftigten sich die alten Grie-chen nur mit der praktischen Mechanik, und sie entwickel-ten in der Konstruktion von Maschinen vielen Scharfsinn,wovon die angeführten Beispiele schon einige Belege liefern.
Das einzige Werk des Alterthums, welches sich mitden Principien der Mechanik befafst, ist das von Aristoteles unter dem Titel Quaestiones mechanicae. Es ist das ältestevon allen, denn Aristoteles, geb. zu Stagira in Macedonien,lebte von 384 — 322, also hundert Jahre vor Archimedes ;allein es ist auch das verfehlteste Erzeugnifs seines be-rühmten Urhebers. Es hat jedoch eine historische Merk-würdigkeit erlangt durch das grofse Ansehn, welches das-selbe im Mittelalter genofs. Galilei begann seine glänzendeLaufbahn damit, dafs er die Unhaltbarkeit der aristoteli-schen Sätze erwies, die bis dahin oder wenigstens zu seinerZeit Niemand anzutasten wagte. Ich sage zu seiner Zeit,denn wunderlich genug, wurden früher bis zum XII. Jahr-hundert die aristotelischen Schriften für ketzerisch erklärt,sogar verbrannt und ihre Anhänger exkommunicirt.
V ogg en do r f f, Gcscb. d. Physik. 2