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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Optik.

In dem genannten Werk findet sich zuerst der Satzvon der Zusammensetzung der Kräfte, freilich nur für deneingeschränkten Fall, dafs diese Kräfte gegeneinander recht-winklig seien. Das Werk enthält auch noch sonst ver-schiedene zwar einfache und richtige Betrachtungen, abersie liefern uns auch einen Beweis, mit welchen Schwierig-keiten damals selbst sehr hoch begabte Geister in der Er-klärung von Erscheinungen zu kämpfen hatten, die unsjetzt kinderleicht erscheinen. Aristoteles bildete sich näm-lich ein die Luft gewogen zu haben, weil er durch seineSpekulationen zu dem Resultat gekommen war, dafs sieschwer sein müsse. Er wog einen Schlauch einmal aus-gedrückt und dann aufgeblasen, und fand ihn im letztenFalle schwerer. Wie kommt es nun aber, fragt er, dafsein ausgedrückter Schlauch in Wasser zu Grunde geht,ein aufgeblasener, der doch schwerer ist, aber schwimmenbleibt?

Aus diesem Allen erhellt, dafs die mechanischen Kennt-nisse der Alten sehr beschränkt waren, was denn auchdurch ihre Ansichten vom Weltgebäude fernerweitig be-stätigt wird.

Optik.

5. Etwas ausgebreiteter waren die Kenntnisse derAlten im Gebiet der Optik, und offenbar war dies derZweig der Physik, den sie am meisten kultivirten; theilswohl deshalb, weil die Erscheinungen des Lichts an sichauffallender sind, als die der Mechanik, theils auch weildie Gesetzmäfsigkeit der Erscheinungen hier in vielen Fäl-len sehr hervorstechend ist, und sehr zu mathematischenBetrachtungen auffordert, zu welchen die Alten bekannt-lich eine grofse Vorliebe besal'sen.

Wie unvollkommen jedoch auch bei den Licht-Er-scheinungen ihre Kenntnisse waren, geht zuvörderst schonaus ihrer Theorie vom Sehen hervor. Während wir mitgutem Grund annehmen, dals das Sehen durch etwas ge-schieht, was von dem gesehenen Körper ins Auge gelangt,setzten sie umgekehrt voraus, dafs dabei etwas von dem