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Optik.
strahlen aussprach. Wäre das Auge Feuer, sagte er, wieEmpedokles behauptet und im Timaeus geschrieben steht,und geschähe das Sehen, indem das Licht wie aus einerLaterne aus den Augen herausgehe, warum sieht dennin der Finsternils das Auge nicht? — Gewils eine sehrrichtige Bemerkung.
Die Mangelhaftigkeit der Lichttheorie der Alten isteine natürliche Folge ihrer geringen Kenntnisse von denErscheinungen des Lichts. Aufser einigen Thatsachen inBetreff des Sehens, aui'ser einigen meteorischen Phänomenenkannten sie nur die Reflexion und die Refraktion, undnoch dazu beide Erscheinungen sehr unvollkommen.
6. Was zunächst die Reflexion betrifft, so ist die roheempirische Kenntnifs dieser Erscheinung wohl so alt wiedas Menschengeschlecht selbst. Den natürlichen Spiegel,welchen die Oberfläche ruhiger Gewässer darbietet, habendie ersten Menschen gewifs ebenso gekannt und benutzt,wie es noch jetzt von Völkern geschieht, die auf der nie-drigsten Stufe der Civilisation stehen. Aber auch künst-liche Spiegel, besonders Metallspiegel, sind uralt, sie warenlange vor Pythagoras (640—548) bekannt, werden schonim Iliob und im 5. Buch Mosis erwähnt, und sind auchvielfach in den ägyptischen Mumiengräbern gefunden.
In späteren Zeiten, z. B. denen des Plinius, wo dieSpiegel schon zum Hausgeräth der Römer gehörten undgrol'ser Luxus mit ihnen getrieben wurde, machte mandieselben zwar immer noch gröfstentheils von Metall, mit-unter aber auch von Stein (Obsidian ) und Glas. Berühmtwaren die brundisischen aus Zinn und Erz, noch vielfrüher scheinen jedoch die silbernen gebraucht worden zusein. Das Silber, sagt Plinius , *) hat die wunderbare Eigen-schaft die Bilder zu spiegeln, was bekanntlich dadurch ge-schieht, dafs die Luft zurückgestofsen und dem Auge wiederzugeführt wird. Die Glasspiegel waren unbelegt und nach
') Hist. nat. lib. XXXIII, cap. 45; Wilde, Gesch. d. Optik I, 66.