Optik.
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Auge ausfliefse und zu dem Körper übergehe. Sie nah-men sogenannte Augenstrahlen an, die den gesehenenKörper gleich Fühlfaden betasteten; nach den Alten waralso das Sehen eine Art von Fühlen.
Diese Theorie findet sich fast ohne Ausnahme bei denvorzüglichsten ihrer Philosophen und Physiker, z. B. bei• Pythagoras, Demokrit, Plato, Empedokles, Epiknr, Hipparch ,Euklid, Lucrez, Hero, Seneca , Kleomedes. Hin und wie-der ist sie nur etwas modificirt, wie z. B. Empedokles Bilder von den Gegenständen ausgehen läfist, die sich mitden Augenstrahlen vermischen, und so die Empfindung desSehens bewerkstelligen. Aehnlich war die Meinung desgrolsen Astronomen Hipparch ; er läfst Gesichtsstrahlenvon beiden Theilen ausgehen, und so ungefähr denkt sichauch Plato die Sache.
Die Theorie von den Augenstrahlen ist bemerkens-werth, weil sie sich bis in das Mittelalter erhalten hat,und ihr Umsturz auch einen der Wendepunkte der neuerenPhysik bezeichnet. Der Einzige, der sich sonst noch ver-nünftig über die allgemeine Theorie des Lichts äulsert, istAristoteles . Er meint, es müsse zwischen den Gegen-ständen und dem Auge ein Medium vorhanden sein, wel-ches das Sehen vermittelt, auf ähnliche Art, wie der Schalldurch die Luft vermittelt zum Ohr gelangt. Wäre einleerer Kaum da, so, meint er, würden wir nichts sehen.Auch heutigen Tages nimmt man bekanntlich an, dafs dasSehen durch ein höchst subtiles Fluidum zwischen Augeund Gegenständen vermittelt werde. Man könnte hiernachversucht sein Aristoteles die Priorität dieser Theorie zu-zuschreiben; allein man braucht sich nur etwas speciellermit seinen Ansichten bekannt zu machen, um von dieserMeinung abzukommen. Ich bin überzeugt, dafs wer dieheutige Lichttheorie noch nicht kennt, aus Aristoteles Schriften schwerlich eine Vorstellung von derselben be-kommt.
Man mui's es indefs dem Aristoteles als ein Verdienstanrechnen, dafs er sich gegen das Sehen mittelst Augen-
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