Optik.
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In dieser vermehrten Ausgabe der Magia naturalisvon 1589 machte nun Porta auch eine Erfindung bekannt,die ebenso unterhaltend als lehrreich ist, nämlich die Er-findung der Camera obscura. In der Regel wird Portaohne weiteres für den Erfinder dieses nützlichen In-strumentes ausgegeben; indef's kann man ihm diese Ehrenicht unbedenklich zugestehen, ja es ist überhaupt schwerzu entscheiden, sowohl hier als bei anderen Gegenständen,wie grol's der Antheil von Porta eingentlich sei. DieMagia naturalis ist kein Originalwerk, sondern eine Samm-lung von Erfahrungen aus den mannichfaltigsten Quellen,die der Verfasser entweder zufällig oder absichtlich, umsich bei den Lesern in ein höheres Licht zu stellen, fastimmer verschweigt.
In Betreff der Camera obscura spricht schon das gegenPorta, dafs er sich selbst nicht für den Erfinder ausgiebt,und in der That kann er dies auch nicht, denn die Ca-mera findet sich schon in den unedirten Manuskripten desLeonardo da Vinci beschrieben. Das hat Venturi 1797 inseinem Essai sur les ouvrages de L. da Vinci nachgewiesen,ist aber dennoch allgemein übersehen worden.
Venturi citirt eine Stelle aus einem Kommentar zumVitruv, den ein gewisser Cesariano zu Como 1521 er-scheinen liels, worin die Erfindung einem Benediktiner -mönch Dom Panunce zugeschrieben wird. Da L. da Vinci 1519 starb und sich nicht selbst die Erfindung beilegt, so■^äre es möglich, dai's sie dem Dom Panunce angehört.L. da Vinci ging übrigens weiter als Dom Panunce, indeme r eine Anwendung von der Camera obscura auf die Theoriedes Sehens machte.
Auch andere Personen sprechen von der Camera, soIgnatio Danti ein Dominikanermönch (s. unten), welcher1573 die Perspectiva des Euklid übersetzte, und in denNoten derselben von der Camera obscura spricht ohnel'orta’s zu erwähnen. — Es ist indefs wohl zu bemerken,dafs alle diese dunklen Kammern sehr unvollkommeneInstrumente waren.