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Optik.
Porta’s Kammer hatte anfangs ein blofses Loch indem Fensterladen, mit welchem ein Zimmer verfinstertwar, und eine weilse Fläche fing die einfallenden Strahlenauf; später setzte er eine konvexe Linse in die Oeffnung,und damit war das Instrument fertig, die Bilder warenscharf begränzt. Er begnügte sich nicht damit blofs opakeGegenstände als Gebäude, Landschaften, Personen unddgl. in seinem Zimmer sich abbilden zu lassen, sonderner wandte auch transparente Zeichnungen auf ähnlicheWeise an. Den Figuren in diesen Zeichnungen ertheilteer auch mancherlei Bewegungen, und dieses Kunststückverschaffte ihm nicht nur die Bewunderung aller derer,die es sahen, sondern brachte ihn auch in den damalsetwas gefährlichen Ruf eines Zauberers.
Die Camera obscura mit transparenten Gegenständengiebt Porta einen nicht unbegründeten Anspruch auf dieErfiudung eines zweiten sehr bekannten Instruments, derLaterna magica, denn das ist eine solche Laterna obscura.Gewöhnlich wird die Erfindung der Laterna magica demPater Kirchei* zugeschrieben, allein im Grunde hat der-selbe an dieser Erfindung keinen weiteren Antheil, als dafser ihr eine Einrichtung gab, die der heutigen nahe odergleich kommt. Da Kircher nämlich erst in der zweitenAusgabe seiner Ars magna lucis et umbrae vom J. 1671,aber noch nicht in der ersten 1646 zu Rom erschienenen,davon spricht, und Deschales, ohne Kircher auch nur zuerwähnen, berichtet, dafs ihm bereits 1665 von einemDänen eine Laterna magica mit zwei konvexen Gläserngezeigt sei, so gilt Kircher wohl mit Unrecht für denErfinder derselben 1 ).
60. Der oben bei der Camera obscura genannte Domini-kanermönch Ign. Danti, der später zum Bischof von Alatrierhoben ward, war ein um die Astronomie und Mathematikwohl verdienter Mann, und von Gregor XIII . zu derKommission zugezogen, welche die Kalenderreform ins
') Wilde, Gesch. d. Optik I, 294. Vergl. § 192.