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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Magnetismus.

ist sie westlich, weil da die Wirkung des einen und desanderen Kontinents überwiegt.

Diese Ansicht stimmte mit den Erfahrungen, die zuGilbert’s Zeit bekannt waren, in der Hauptsache überein,aber die spätere Entdeckung der Veränderlichkeit derDeklination au einem und demselben Ort hat sie natürlichüber den Haufen werfen müssen.

124. Gilbert, der, was ihm gleichfalls zur Ehre gereicht,ein Anhänger der kopernikanischen Lehre war, untersuchteauch die Frage, ob wohl der Magnetismus der Erde dieUrsache ihrer Axendrehung sei; er kam indefs zu demResultat, dal's dies nicht der Fall sein könne, und dalsüberhaupt die Ursache der Axendrehung der Erde unbe-kannt sei. Ich führe dies an, weil man Gilbert hat an-dichten wollen, er habe geglaubt, die Erde drehe sich ver-möge ihres Magnetismus um ihre Axe. Freilich führt eran, Petrus Peregriuus behaupte, ein kugelförmiger Magnet,der in seinen Polen aufgehängt sei, drehe sich in 24 Stundeneinmal um seine Axe, allein er setzt auch hinzu, der Ver-such habe ihm nicht gelingen wollen.

Es fehlte daher auch noch, dal’s ein späterer PhysikerPetit ebenfalls diesen Versuch als irrig bezeichnete, unddadurch dem Jesuiten Pater Grandami zu einer schlechtenDemonstration gegen die Bewegung der Erde Anlafs gab.Dieser Mann schlofs nämlich in seiner Nova demonstratioimmobilitatis terrae petita ex virtute magnetica, La Fliehe1645 also: Die Erde ist ein Magnet, ein Magnet drehtsich nicht in 24 Stunden um seine Axe, folglich thut esdie Erde auch nicht!

Zu Gilbert’s Zeiten lag die Mechanik des Magnetennoch ganz in ihrer Kindheit, oder vielmehr sie war nochgar nicht geboren. Daher dürfen wir uns denn auch nichtwundern, wenn er über Erscheinungen nicht ins Reinekommen konnte, die uns heute sehr einfach dünken. Soz. B. hatte ihn Norman den Versuch gelehrt, dals eineStahlnadel, vorsichtig auf die Oberfläche von Wasser gelegt,schwimmen bleibt, und dabei, wenn sie zuvor magnetisch