Magnetismus.
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gemacht war, eine konstante Richtung annimmt. Hierbeiwirft nun Gilbert die Frage auf, warum die Nadel sichblofs richte und nicht auch zugleich nach Norden schiffe?Er weifs sich diese Frage nicht anders zu beantworten,als dafs er eine Richtkraft und eine Anziehungskraft derErde unterscheidet und annimmt, die Richtkraft sei stärkerals die Anziehungskraft. Dafs jeder Pol der Nadel vonbeiden Erdpolen angegriffen wird, dafs die anziehende wiedie abstofsende Wirkung eines jeden Erdpols auf die beidenNadel-Enden gleich stark ist wegen der verschwindendenEieinheit der Nadel gegen die Entfernung der Erdpole,dafs somit beide Pole der Nadel von gleichen, aber ent-gegengesetzten Kräften getrieben werden, die wohl eineErehung, aber keine Verschiebung bewirken können, dasalles waren für Gilbert noch unbekannte Dinge.
125. Gilbert wufste, wie übrigens schon Porta undselbst Hartmann, dafs die Pole zweier Magnete, die nachgleicher Weltgegend zeigen, einander abstofsen, und die,welche nach entgegengesetzter Weltgegend zeigen, einanderanziehen. Aus diesem Grunde nannte er denjenigen Polder Magnetnadel, der nach Norden zeigt, den Südpol , undumgekehrt. Diese Nomenklatur ist ganz konsequent. Wennman den im Norden der Erde befindlichen Pol einmalNordpol nennen will, so mufs der von ihm angezogeneP°1 der Nadel Südpol heil'sen; daher ist denn auch dieseNomenklatur bis in neuere Zeiten von mehreren franzö-8l schen Physikern angenommen worden. In Deutschland dagegen hat sie nie Eingang gefunden, wir nennen denUach Norden zeigenden Pol der Magnetnadel ihren Nordpol .
Eine andere Eigenthümlichkeit der Gilbert’schen No-menklatur ist, dai's er die Deklination oder Abweichungmit dem Namen Variation belegte, und dais er Deklinationuennt, was bei uns Inklination heilst. Durch den letzterenUmstand sind wohl spätere Schriftsteller verleitet worden,dem Norman die Entdeckung der Deklination in unsermSinne zuzuschreiben, während er doch nur auf die derInklination Anspruch machen kann. Die Neigung der