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kopernikanischen System zugethan, im Gegentheil war ernicht nur kein Anhänger, sondern ein eifriger Widersacherdesselben. In seinem Almagestum novum bringt er nichtweniger als 77 Gründe gegen das kopernikanische Systemzum Vorschein, von denen freilich die meisten auf denbekannten tychonischen Einwurf hinsichtlich der Richtungomes fallenden Körpers zurückkommen.
Nur einer darunter ist lehrreich genug, um hier ange-führt werden zu können. Von der Richtigkeit der galilei-schen Fallgesetze überzeugt, glaubte er grade aus dieseneinen entscheidenden Beweis gegen das kopernikanischeSystem herleiten zu können, indem, wenn auf der ruhen-den Erde das Gesetz s: s = t 3 : t' 2 stattfindet, dies nichtmehr auf der sich drehenden geschehen könne. Seine Vor-stellung war dabei folgende: Man denke sich von einemhohen Punkte a einen Körper herabfallend und nehme an,er fiele in dem ersten Zeittheil bis b, im zweiten bis c, imdritten bis d u. s. w., so werden sich auf der ruhendenErde die Räume
ab : bc: cd u. s. w. verhalten wie 1:3:5...
Wenn sich nun dieErde dreht, und in Folge dessen der Punktb während der Zeit 1 einen Bogen 6 ß
c - - 2 - c'i
d - 3 - - dt
beschreibt, so wird die Bahn des fallenden Körpers in deneinander folgenden Zeiten sein: aß, ß^, 78 u. s. w., unddiese können nicht in dem Verhältnifs wie ab : bc : cd oder1 : 3 : 5 stehen. Darum, schlols Riccioli, könne die Erde■ncht rotiren, sondern müsse ruhen.
Dieser Schlufs ist offenbar falsch. Schon Galilei be-merkte in seinen Gesprächen, dal’s man durch dergleichen^ersuche nicht über die Bewegung der Erde entscheidenkönne, da der Erfolg derselbe sei, die Erde möge ruhen°der sich bewegen. Dies ist nun zwar nicht strenge rich-aber die Einwirkung der Centrifugalkraft der Erdeau f den Fall der Körper ist ganz anderer Art und vielimbedeutender, als Riccioli sie sich dachte.