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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Nachfolger Galilei’s.

rnui’s der Gedanke, Quecksilber statt Wasser zu nehmen,in Betracht der wichtigen Folgen für die Physik ein höchstglücklicher genannt werden. Torricelli falste diesen glück-lichen Gedanken, und daher mufs er mit Recht als Er-finder des Barometers betrachtet werden; aber er selbstverwirklichte ihn nicht sogleich, sondern überliefs die Aus-führung seinem Freunde Viviani, dem er seine Idee mit-getheilt hatte.

1643 war das Jahr, in welchem das erste allerdingsunvollkommene Barometer das Licht der Welt erblickte.Mit Recht nannte man es die torricellische Röhre, nichtdie vivianische, weil hier die Idee höher angeschlagenwerden mufs als die Ausführung. Torricelli überzeugtesich übrigens auch bald hernach durch eigene Erfahrungvon der Richtigkeit seiner Idee, und was ihm noch einenerhöhten Anspruch auf die Erfindung des Barometers giebt,ist, dal's er sogleich den Luftdruck als die Ursache desStehenbleibens der Quecksilbersäule erkannte und be-zeichnete.

Es mufs daher Torricelli als Entdecker des Luftdrucksbetrachtet werden, obwohl im Grunde das Barometer denLuftdruck nicht strenger erweist als eine Wasserpumpe.Torricelli ist aber nicht allein Entdecker des Luftdrucks,sondern auch Entdecker der Veränderungen desselben. Alser nämlich die Höhe der Quecksilbersäule in seiner Glas-röhre mehrere Tage lang beobachtete, fand er, dafs sienicht immer dieselbe blieb, sondern bald zu- bald abnahm-Sehr richtig bemerkte er im J. 1644 gegen seinen FreundRicci in Rom , dafs eine solche Quecksilbersäule ein Werk-zeug zum Messen der Veränderungen des Luftdrudcs ab-geben könne, und er setzt hinzu, die Messung dieser Ver-änderungen und nicht die Ilervorbringung eines leerenRaumes sei der Zweck bei Anstellung seiner Versuche ge-wesen. Er mufs also die Existenz des Luftdrucks unddes Vakuums durch die Erscheinungen an Pumpen unddurch (jalilei’s Versuche schon für hinreichend erwiesengehalten haben.