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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Nachfolger Galilei’s.

der erwähnten Gesellschaft bei, und beschämte durch seineUrtheile und Arbeiten nicht selten die älteren Mitglieder.Im 19. Jahre erfand er eine Rechenmaschine, die grofsesAufsehen erregte, und später den berühmten Leibnitz veran-lafste eine ähnliche vollkommnere Maschine zu konstruiren.Jene addirte und subtrahirte nur, diese multiplicirte unddividirte auch 1 ).

Neben allen diesen Beschäftigungen trieb Pascal auchphilosophische und philologische Studien und zwar mitsolcher Anstrengung, dals seine ohne dies schon schwacheGesundheit iin 18. Jahr vollständig untergraben war.

150. Durch die Verbindung mit den wissenschaft-lichen Männern der Hauptstadt lernte Pascal die ArbeitenGalilei’s und Tomcelli’s kennen. Der Versuch des letzterenmachte einen grofsen Eindruck auf ihn; er wurde bekanntdamit durch Pierre Petit (geb. 1598, gest. 1667), einenSchüler von Descartes und achtbaren Physiker und Astro-nomen seiner Zeit, der die Sache zunächst von Mersenueerfahren hatte. Pascal nahm daraus Anlafs den Versuchzu Rouen , wo sein Vater wiederum ein Amt im Justiz-uud Finanzfach bekleidete, im grofsen Mafsstab zu wieder-holen. Er füllte u. A. Röhren von 46 Fufs Länge, dieoben zugeschmolzen waren, theils mit Wasser, theils mitRothwein, und wenn er diese in der Flüssigkeit umkehrte,sah er die Säule bei einer Höhe von etwa 32 Fufs stehenbleiben, er mochte die Röhren senkrecht stellen oder mehroder weniger neigen.

Von Tomcelli’s Versuch lernte er anfangs nur denthatsächlichen Theil kennen, nicht die Erklärung, welcheTorricelli von der begrenzten Länge der Quecksilbersäulegegeben hatte. Es war daher einigermafsen verzeihlich,dafs Pascal in einem Schriftchen, in welchem er den er-wähnten und noch manchen anderen Versuch beschrieb,und das den Titel führt: Experiences nouvelles touchant l e

’) Busch, Handb. der Erfindungen XI, 32.