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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Nachfolger Galilei’s .

als Professor der Mathematik in Bologna . Er trat alsJüngling in den Orden der Jesnaten oder Hieronymiten,welcher von Johann Colombinus von Siena gestiftet aberschon 1668 aufgehoben wurde, und nicht zu verwechselnist mit dem im J. 1540 von Ignatz von Loyola gestiftetenJesuiten -Orden.

Cavalieri zeigte schon früh eine so ausgezeichneteAnlage zur Mathematik, dafs seine Ordens-Oberen es fürgut fanden, ihn auf die damals so berühmte Universitätvon Pisa zu schicken. Hier erfreute er sich des Umgangsmit Castelli und Galilei , und machte daneben solche Fort-schritte in seinen Studien, dafs beide ihm die glänzendstenErfolge voraussagten.

Im J. 1629 wurde er vom Magistrat in Bologna zumProfessor der Mathematik an der dortigen Universität be-rufen, und schon damals hatte er das Werk ausgearbeitet,welches ihm unter seinen Zeitgenossen einen so grofseuRuf verschaffte. Es erschien indefs erst 1635 zu Bologna und zwar unter dem Titel: Geometria indwisibilibus conti-nuorum nova quadam ratione promota.

Es wird darin gelehrt Flächen und Körper zu messen,wobei Linien als untheilbare Elemente der Flächen, undFlächen als untheilbare Elemente der Körper angesehenwerden. In diesem Verfahren, das beiläufig gesagt, seinFreund Tomcelli auf die Quadratur der Cykloide anwandte,liegt allerdings eine Ahnung von den Principien der In-finitesimal - Rechnung, als deren Vorläufer man wohl dieMethode Cavalieri’s betrachtet hat; aber andererseits istdiese Methode wiederum nur eine Abkürzung derjenigen,deren die Alten sich unter dem Namen der Exhaustions-Methode bedienten, die zwar weitläuftiger ist, aber dafürauf schärferen Begriffen beruht. Dies machte ihm auchein Zeitgenosse, der Jesuit Guldiu aus St. Gallen (geb. 1577 ,gest. 1643 zu Gratz) zum Vorwurf, der auch behaupteteCavalieri sei durch das Lesen der Werke Kepjtler’s aufseine Methode geleitet.