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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Nachfolger Galilei’s .

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Indefs ist dieser Vorwurf nicht ganz gerecht. Kepplerhatte allerdings in seiner Stereometria doliorum etc. 1615eine Methode beschrieben, die Cavalieri kannte, und dieauf den ersten Blick Aehnlichkeit mit der des letzteren hat,die aber doch wesentlich von ihr verschieden ist; und wasdie Alten betrifft, aus denen hier Cavalieri nicht geschöpftz u haben scheint, so hat seine Methode, obwohl minderstreng, doch den Vorzug der leichteren Anwendbarkeit.Ueberdies trifft Guldiu ein ähnlicher Vorwurf, wie er demGavalieri machte, denn die Methode, wodurch er sicheigentlich nur einen Namen in der Geschichte der Mathe-matik gemacht hat, die Guldin’sche Regel zur Bestimmungdes Schwerpunkts von Flächen und Körpern, die durchUmdrehung von Linien und Flächen entstehen, findet sichschon im IV. Jahrhundert von Pappus beschrieben (§ 3),w ozu noch kommt, dafs Gnldin die Werke des Pappushäufig citirt, ohne diese Regel irgendwie als dessen Eigen-tum zu nennen. Das Theorem selbst, beschrieben in demWerke Guldiu’ s : De centro gravitatis etc. Viennae 1635,lautet:

1) Das von einer ebenen begränzten Fläche, die sichl un eine in ihrer Ebene liegende Axe dreht, beschriebeneVolumen ist gleich dem Produkt aus dieser Fläche mitdem von ihrem Schwerpunkt durchlaufenen Kreise, oder

2 7ri/ ( F, wenn V das Volumen, F die Fläche und y tdie Ordinate des Schwerpunkts bezeichnet.

2) Die von einem ebenen Kurvenbogen, der sich umeiJ ie in seiner Ebene enthaltenen Axe dreht, erzeugte Flächeist gleich diesem Bogen, multiplicirt mit dem von seinemSchwerpunkt beschriebenen Kreise, oder F — 2 7<y,B, woU die Fläche, B den Bogen, y t die Ordinate des Schwer-punkts bedeutet.

Uebrigens soll auch Galilei den Calculus indivisibiliumPfunden haben 1 ), wovon indefs nichts auf uns gekommen

') Libri, Hist. des sc. math. en Italie IV, 288.

^Bgendorff, Gescb. d. Physik.

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