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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Geschichte der Akademien.

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Die wenigsten dieser italienischen Akademien warenauf Naturforschung gerichtet, und eine noch geringere Zahlhatte sich die Förderung des physikalischen Studiums zum^iel gesetzt. Unter diesen ist, wenn man einen schwachenVersuch von Leonardo da Vinci in Mailand ausnimmt, dievon Porta im J. 1560 zu Neapel gegründete Academia se-cretorum naturae die erste (s. § 59). Dies war eigentliche me physikalische Gesellschaft, in welche keiner aufge-nommen wurde, der nicht eine Entdeckung oder sonst einephysikalische Neuigkeit mitzutheilen im Stande war. Siehatte aber leider keinen langen Bestand. Der päpstlicheStuhl besorgend, dals die Verbreitung der Naturkenntnissedie katholischen Glaubenslehren untergraben könnte, machteden Sitzungen dieser ersten naturwissenschaftlichen Aka-demie schon nach wenigen Jahren ein Ende. Auf Betriebeines Franzosen, dem sich Porta verfeindet hatte, wurdePorta der Magie und Giftmischerei angeklagt, hauptsäch-lich weil er über die Hexensalbe lamiarum unguentum ge-schrieben hatte. Er mufste nach Rom wandern, um sichgegen die Anklage zu rechtfertigen und konnte von Glücksagen, dafs er frei gesprochen wurde. Aber seine Akademieblieb aufgelöst, ohne dals irgend eine erhebliche Leistunga us ihrem Schofse hervorgegangen wäre.

Demnächst wäre zu nennen die Academia Telesianaoder Cosentina , deren Zweck aber weniger auf Natnrfor-schung gerichtet war, als auf Widerlegung der Irrthümerdes Aristoteles . Sie wurde gestiftet von Bernhard Telesins,geb. 1509 zu Cosenza und gest. 1588 zu Neapel . Er hattedas Unglück bei der Eroberung Roms durch Carl V. 1527lQ Gefangenschaft zu gerathen, in welcher er 14 Jahregehalten wurde. Nach seiner Befreiung studirte er inPadua und lehrte später Philosophie in Neapel . SeineSchriften, hauptsächlich metaphysischen und naturphiloso-phischen Inhalts, sind ausgezeichnet durch ihre OppositionSegen Aristoteles , und verschafften ihm einen grofsen Ruf.Pr nahm statt der 4 Elemente nur 2 an, Wärme und Kälte.