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169. Solche Beobachtungen wurden seit 1654 regel-mäfsig angestellt zu Florenz im Kloster degli Angeli, zuVallombrosa und Cutigliano in den Bergen von Pistoja ,zu Bologna von Riccioli, in Parma, Mailand, Warschau ,Inspruck und Ossiponti. Der Pater Luigi Antinori , einJesuit und Teologo stipendiato des Grofsherzogs, führteüber dieses älteste meteorologische Institut die Oberaufsicht.
Die Register sind mit groiser Sorgfalt geführt. Manbeobachtete an jeder Station täglich an mehreren bestimmtenStunden, und zwar die Temperatur durch ein im Nordenund ein im Süden aufgehängtes Thermometer, ferner dasBarometer oder, wie man sagte, die Grade des Vacuo , dieWindesrichtung, die Bedeckung des Himmels u. s. w.Die Barometer hatten eine willkührliche Skala, erst einvon Borelli beobachtetes war in Zoll und Linien getheilt,wahrscheinlich französische. Auch das in den Saggi ab-gebildete Barometer, bei welchem das untere Ende desRohrs in einem ziemlich kugelförmigen auf einem Fufsruhenden Gefai's mit Quecksilber sich befindet, ist noch inGrade getheilt (§ 174).
Einige dieser meteorologischen Tagebücher sind nochvorhanden. Ein solches, welches 16 Jahre lang geführtwurde und mit einigen Lücken täglich fünf Beobachtungenenthält, ist im J. 1830 von dem genannten Libl’i benutztworden, um damit die Frage zu entscheiden, ob sich seitjenen Zeiten die Temperatur von Toskana verändert habe.Man glaubte dies allgemein bejahend beantworten zu müssen,■weil die Apenninen im XVII. Jahrh. noch sehr bewaldetwaren und sie jetzt ziemlich kahl sind. Allein der Ver-gleich jener alten Beobachtungen, wobei das florentinerThermometer auf Reaumur reducirt wurde, mit den imJ- 1820 im Observatorium der frommen Schule zu Florenz ^gestellten, hat ergeben, dafs seit der Zeit keine nach-weisbare Temperaturverschiedenheit eingetreten ist.
Nach Libri stammen diese Beobachtungen vom PaterReilieri her. Allein entweder herrscht hier eine Namens-