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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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385
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Leistungen der Acc. del Cimento . 385

ganz zweckmäfsig in einem Körbchen von Metallnetz ein-geschlossen, so dafs man sie alle zusammen in die Flüssig-keit versenken und wieder herausziehen kann.

In diesem Instrumenten-Schatz finden sich überdiesnoch mehrere Werkzeuge zur Ermittelung des specif.Gewichts von Flüssigkeiten:

1) Volumen-Aräometer, ähnlich den Beaume’schen,von Glas mit Schrot oder Quecksilber abgeglichen undeiner Skale in Gestalt von Glasköpfchen auf dem Halse,daneben verschiedene Zahlen, z. B. 11, was bedeutet, dafsfür jeden Grad die uutersuchte Flüssigkeit 11 Gran mehrwiegt als eine Volumen-Unze Wasser.

2) Aehnliche Aräometer mit Weingeist gefüllt,die zugleich als Thermometer dienen, also Temperatur und.specif. Gewicht zugleich angeben.

3) Gewichts - Aräometer von Glas und durchSchrot oder Quecksilber so ajustirt, dafs ihr Volumen demVolumen einer Unze Wasser gleich kam, daher Pallad’Oncia genannt. An dem dünnen Hals befand sich eineMarke, und wurden kleine durchlöcherte Metallscheibenvon bekanntem Gewicht aufgesteekt, bis das Instrumentbis zu dieser Marke in die untersuchte Flüssigkeit einsank.

171. Als Anhang zur Geschichte des florentinerThermometers mul's ich hier erwähnen, dafs, wiewohl dieslustrumeut vor der Stiftung der Acc. del Cimento undwährend des Bestandes derselben, keine Skala mit festenund unter allen Umständen wieder auffindbaren Punktenbesafs, doch nach der Auflösung der Akademie ein ehe-maliges Mitglied derselben diesem Mangel abhalf. Es warBarlo Renaldini (§ 161). ln seiner Pkilosophia naturalis,die er während seines Aufenthalts zu Padua 1694 heraus-gab, sprach dieser ausgezeichnete Physiker zuerst aus, dalsder Schmelzpunkt des Eises und der Siedepunkt desWassers als feste Temperaturen zur Graduirung desThermometers benutzt werden können.

Er machte in dieser Beziehung zwei Vorschläge. Dererste bestand darin, dais man das Thermometer folgweise

Poggendorff, Geseh. d. Physik. 25