Buch 
Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
Entstehung
Seite
402
JPEG-Download
 

402

Leistungen der Acc. del Cimento .

von verschiedenem Kaliber in horizontaler Richtung nachder Meerseite hin ab, und beobachteten genau, wann sieins Wasser fielen. Dann liefsen sie Kugeln vom Thurmsenkrecht herabfallen, und beobachteten auch die dazu er-forderliche Zeit. Beide Zeiten erwiesen sich gleich.

Eine zweite Untersuchung betraf den Widerstand derLuft. Galilei hatte, wie schon früher erwähnt, voraus-gesagt, dafs, wenn man eine Kugel senkrecht herabschiefse,einmal aus einer kleinen, das andere Mal aus einer grofsenHöhe, ihre Geschwindigkeit im letzteren Falle geringersein würde als im ersten, obgleich bei dem Schüsse ausgrofser Höhe noch die Fallgeschwindigkeit mitwirkt. Erhatte dies als eine Folge des Widerstandes der Luft be-zeichnet, welcher bei dem Schufs aus grofser Höhe ver-möge des längeren Weges durch die Luft wirksamer seinmufs als bei dem Schufs aus kleiner Höhe.

Die Akademiker prüften diese Divination ihres grofsenLehrers durch den Versuch, indem sie Kugeln von gleichemGewicht und mit gleicher Ladung aus verschiedenen Höhensenkrecht auf eine Eisenblech-Tafel herabschossen. Immerfanden sie, dafs die Eindrücke, welche die Kugeln aufdieser Tafel machten, bei denen aus grofser Höhe schwächerwaren als bei denen aus kleiner.

Kap. XIII berichtet über verschiedene Versuche.Unter diesen, die nicht allein ihrem Gegenstand, sondernauch ihrem Werthe nach sehr verschiedenartig sind, ver-dienen, aufser dem schon angeführten über die Konstanzder Temperatur des schmelzenden Eises, nur die über dasLicht einige Erwähnung. Sie bezweckten zunächst dieFortpflanzungsgeschwindigkeit des Lichts zu messen.

Galilei hatte zu diesem Behuf vorgeschlagen, esmöchten sich zwei Beobachter in einer gewissen Ent-fernung von einander aufstellen, beide versehen mit Lichtemoder Lampen, die durch einen Schieber verdeckt und auf-gedeckt werden können. Beide sollten anfänglich dieLampen verdecken, hierauf der Eine zu einem festge-setzten Moment den Schieber seiner Lampe fortziehen,