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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Leistungen der Acc. del Cimento .

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Kraft des geriebenen Bernsteins zerstört wird, wenn manihn um eine Flamme herumführt.

Auch Kap. X, das von den Farbenveränderungeneiniger Flüssigkeiten handelt, enthält nichts Bemer-kenswerthes, allenfalls könnte es von Interesse sein zuwissen, dafs die Akademiker die Rötliung der Lackmus-tinktur und ähnlicher Flüssigkeiten durch Säuren, z. B.Citronensaft, Schwefelsäure, sowie die Herstellung derblauen Farbe durch Kalilösung (Oleum tartari) u. s. w.schon gekannt haben.

Kap. XI enthält die Versuche über die Fortpflan-zungsgeschwindigkeit des Schalles, welche, obwohldieselben sich in den Saggi beschrieben finden, schon vorder Stiftung der Akademie im J. 1656 angestellt wurden,woran namentlich Borelli und Viviaui sich betheiligten.

Die Methode war die schon von Gassendi und Mersenne angewandte, dafs man die Zeit zwischen Blitz und Knalleines in einer gemessenen Entfernung abgefeuerten Ge-schützes beobachtete. Man führte indefs die Methode ge-nauer aus, und kam dadurch der Wahrheit näher. Manfand 1111 par. Fuls in der Sekunde, während die wahreGeschwindigkeit nach Moll und v. Beek 1022,8 p. F. bei0° ist (§ 135). Auf die Temperatur wurde nicht Rücksichtgenommen, auch mochte die mit einem Pendel gemachteZeitbestimmung nicht genau sein. Wie Gassendi fand man,dafs der Wind keinen Einfluls auf die Schallgeschwindig-keit habe, er mochte mit oder gegen den Schall gehen,was natürlich nicht streng richtig sein kann.

Kap. XII giebt die Versuche mit Projektilen.Hier prüften die Akademiker zunächst den von Galilei aufgestellten Satz, dafs eine in gewisser Höhe horizontalabgeschossene Kugel in derselben Zeit den Boden erreicht,1Q welcher sie ihn senkrecht herabfallend durch blofseWirkung der Schwerkraft erreicht haben würde. Siemachten die Versuche zu Livorno auf einem 50 Ellen hohenThurm der Festungswerke am Meere. Sie schossen Kugeln

Poggendorff, Gesell, d. Physik. 26