Kapillarität.
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dem zuvor genannten Fall, durch freiwilliges Erheben ent-steht; dal's man den Tropfen fortnehmen könne, ohne dieLänge der Säule zu ändern, und endlich dafs, wenn dieSäule kürzer ist als jene des Ansteigens, und man einenTropfen unten an die Röhre bringt, dieser hineingezogenwird. — Aus dem Allen schlofs Borelli, dafs die Kapillar-Erscheinungen nicht vom Luftdruck bedingt werden.
3) Als Borelli ferner untersuchte, wie stark sich einund dieselbe Flüssigkeit in Röhren von verschiedenerWeite erhebe, fand er das Gesetz, dals sich die Höhen" desAnsteigens umgekehrt verhalten wie die Durchmesser derRöhren, oder dafs h : h! = d! : d, wenn h und K die Höhenund d, d’ die entsprechenden Durchmesser sind.
4) Gilberts oder eigentlich Normaifs Beobachtung,dafs Stahl- oder Eisennadeln vorsichtig auf Wasser gelegt,darauf schwimmen bleiben, veranlafste Borelli diesen Er-scheinungen weiter nachzugehen. Er verschaffte sich zweikleine Messingplatten, die mit Stielen versehen waren.Diese legte er vorsichtig auf Wasser, wo sie schwimmenblieben. Darauf näherte er sie mittelst der Stiele einander,und da sah er denn, dafs sie innerhalb eines gewissenAbstandes einander anzogen; auch beobachtete er, dalsdas Wasser zwischen beiden Platten einen Berg bildete,und dafs überhaupt die Platten sich in dasselbe senkten,oder das Wasser gegen sie eine konvexe Oberfläche bildete.
Denselben Versuch wiederholte er mit zwei ähnlichenHolzplatten, und beobachtete, dafs das Wasser rings umdieselben eine konkave Oberfläche bildete, dafs dem-zufolge, wenn er die Platten hinreichend nahe brachte,zwischen beiden eine Vertiefung entstand, aber auch indiesem Fall eine gegenseitige Anziehung der Plattenerfolgte.
Nun nahm er eine Messing- und eine Holzplatte, undbrachte sie mittelst der Stiele ziemlich nahe aneinander.La sah er dann, dafs die Flüssigkeit zwischen beiden einekonvex-konkave Gestalt besafs, und dafs, wenn er die Stielelosliefs, eine Abstofsung zwischen den Platten erfolgte.